Grünen fordern deutliche Verbesserungen Deichstraße: Viele Autofahrer zu schnell

Zons/Stürzelberg · Die Grünen fordern verkehrsberuhigende Maßnahmen, „Berliner Kissen“ werden aber aufgrund von Sicherheitsbedenken abgelehnt. Stattdessen soll es bessere Markierungen geben. So ist der Stand der Diskussion.

Trotz Fahrradstraße und ausgewiesenem Tempolimit wird auf der Deichstraße vielfach zu schnell gefahren. Das soll sich ändern.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Seit zwei Jahren hat die Deichstraße den Status einer Fahrradstraße. Damit ist die wichtige Verbindung zwischen Zons und Stürzelberg zwar nicht für Radfahrer reserviert, doch, das heißt ganz klar, diese genießen aber Vorrang und einen besonderen Schutz. Alles gut soweit? Weit gefehlt, denn erneut mussten sich die Planungspolitiker der Stadt mit dieser Straße befassen. Auslöser waren die Grünen, die mit der Situation nicht zufrieden sind. Sie wünschen sich eine Konzeption, in der es um eine deutliche Verkehrsberuhigung geht, zum Beispiel mittels „Berliner Kissen“. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU wurde die Verwaltung damit beauftragt, Zentrum und FDP waren dagegen.

Um was geht es genau? Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatten beantragt, dass die Verwaltung die Umsetzung von verkehrsberuhigenden und kostengünstigen Maßnahmen auf der Deichstraße prüfen soll. Dabei solle Rücksicht auf die landwirtschaftlichen Geräte der angrenzenden Höfe genommen werden. Die Begründung ist deutlich: Demnach haben die Grünen regelmäßige und erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen durch motorisierte Fahrzeuge auf der als Fahrradstraße deklarierten Deichstraße festgestellt und damit eine „entsprechende Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer“.

Damit liegen die Grünen nicht falsch. Denn die Verkehrsbehörde hat eine verdeckte Geschwindigkeitsmessung vorgenommen, um das tatsächliche Temponiveau festzustellen. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Mehrheit der Autofahrer fährt zu schnell. Statt Tempo 30 wurde eine sogenannte „V85-Geschwindigkeit von 46 Stundenkilometer“ festgestellt, dies bedeutet, dass eine Mehrheit der Fahrzeugführer die auf Fahrradstraßen zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich überschreitet. Fazit: „Es liegt somit ein Handlungsbedarf hinsichtlich einer Geschwindigkeitsdämpfung vor“, heißt es aus dem Rathaus.

Das von den Grünen ins Gespräch gebrachte „Berliner Kissen“ stößt bei der Verwaltung jedoch auf wenig Begeisterung. Im Gegenteil: „Sie stellen im unbeleuchteten Außerortbereich eine nicht unerhebliche Sturzgefahr für den Radverkehr und für Motorradfahrer.“

Ferner seien Kunststoffelemente nicht geeignet, weil sie regelmäßig durch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge befahren würden. „Sie stellen außerdem ein Hindernis im Winterdienst dar“, sagt Technischer Beigeordneter Martin Brans. Besser sei es, sich am „Leitfaden Fahrradstraßen“ der AGFS/Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte in NRW zu orientieren. Die Kennzeichnung der Fahrradstraßenregelung erfolgte an der Deichstraße bislang nur an den Eingangsbereichen mittels Beschilderung und markierten Einengungen. Nach Einschätzung der Verwaltung kann eine bessere Verdeutlichung der Fahrradstraßenregelung sowie die weitere Reduzierung der Geschwindigkeit und illegaler Überholvorgänge vor allem durch eine streckenhafte Markierung erreicht werden. Der Querschnitt würde dabei durch Randmarkierungen auf ein Maß von ungefähr 3,50 bis vier Meter eingeengt. Brans: „Der Kfz-Begegnungsverkehr wird hierdurch nicht beeinträchtigt.“

Die Einführung der Fahrradstraße war vor drei Jahren auf Widerstand gestoßen. Erst aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung wurde die Deichstraße endgültig umgewidmet. Wegen der eingereichten Klagen waren die Schilder vorübergehend verhüllt worden.