Untersuchung zu Fluten geplant

Ein Ingenieurbüro soll im Auftrag der WGV prüfen, wie sich Sturzfluten bei Regen aufhalten oder umlenken lassen.

Untersuchung zu Fluten geplant
Foto: Staniek

Grevenbroich. Binnen Minuten lief der Elsbach-Tunnel voll, in Elsen und Orken stand in Kellern und auf Straßen das Wasser. „Land unter“ hieß es beim Unwetter mit heftigen Regengüssen Anfang Juni in Teilen des Stadtgebietes. Die Stadt will gegen künftige derartige Überschwemmungen vorgehen. Die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV) haben bei der Aachener Ingenieurgesellschaft Hydrotec eine „Untersuchung der Auswirkungen von Sturzfluten auf dem Gebiet der Stadt Grevenbroich“ in Auftrag gegeben. Ende November sollen die Ergebnisse vorliegen. „Das ist das erste Gutachten dieser Art im Rhein-Kreis Neuss, es wird auch beim Kreis und Erftverband mit Interesse erwartet“, betont Uwe Bors, der bei den WGV für die Planung des Abwassernetzes zuständig ist.

Untersuchung zu Fluten geplant
Foto: Berns

Uwe Bors, WGV

Für Bors steht fest: „Wegen des Klimawandels müssen wir häufiger mit Starkregen wie Anfang Juni rechnen, die aber oft nur einen sehr begrenzten Raum betreffen.“ 2015 prasselten in Gustorf „in nur 20 Minuten 60 Liter auf einem Quadratmeter. Für solche Mengen in so kurzer Zeit ist das Kanalnetz nicht ausgelegt“, erklärt Uwe Bors. Immerhin rund drei Millionen Euro werden jedes Jahr in die Erneuerung und Erweiterung von Abwasserkanälen investiert.

Das Ziel, bei dem die Untersuchung helfen soll: „Wir wollen nicht auf Regengüsse reagieren, sondern vorbeugend aktiv werden“, sagt Bors. Ein Problem bei Starkregen: Ein Teil der Fluten dringt von Ackerflächen und anderen unbebauten Gebieten in die Siedlungen — etwa Anfang Juni in Elsen und Orken.

„Das Wasser strömte von Feldern am Waddenberg über die Gierather und Düsseldorfer Straße bis auf die Schillerstraße, drang in Keller und ins Kanalnetz. Wir haben Tage gebraucht, um die Rohre vom Schlamm zu reinigen“, schildert Bors.

Wie lassen sich solche Wassermassen aufhalten oder umlenken? Für die Beantwortung dieser Frage soll die 37 000 Euro teure Untersuchung von Hydrotec die Basis bilden. Die Ingenieure errechnen mit Hilfe von Flurkarten, Regenmengen und anderen Angaben, „wie bei Starkregen die Wasserströme verlaufen, wo das Regenwasser herkommt und wo es sich etwa in Senken sammelt“, erläutert Bors. „Dafür werden riesige Datenmengen verarbeitet.“ Auf diese Weise entsteht eine Gefahrenkarte für das 107 Quadratkilometer große Stadtgebiet, „anhand der wir Maßnahmen planen können, um Überfluten zu reduzieren“, sagt Bors.

Beispiel Elsbach-Tunnel: „Man könnte dort eine dritte Pumpe einbauen, aber zuvor muss man wissen, wo das abgepumpte Wasser hinbefördert werden kann, ohne weiteren Schaden anzurichten“, erklärt Bors. Lösungen gegen Überflutungen von unbebauten Flächen können „Barrieren“ etwa an Feldern sein. „Manchmal reicht es, wenn auf Äckern die Pflug-Richtung geändert wird oder am Feldrand ein einige Meter breiter, begrünter Streifen mit einer Mulde geschaffen wird, der das Wasser aufhält“, sagt Bors.