„Sich konzentrieren, wichtig von unwichtig unterscheiden und sich selbst für Arbeitsaufträge verantwortlich fühlen, das gehört zum Lernen“, sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).
Beim Lernen sollten Eltern bei den Stärken des Kindes ansetzen - und nicht gleich auf ungeliebte Aufgaben pochen. „Erfolg motiviert zu schwereren Aufgaben“, sagt Große Perdekamp. Ganz wichtig: loben, loben, loben - auch bei Teilerfolgen. Aber auch Fehler sollten Eltern ansprechen. „Am besten funktioniert die Dosierung: zwei- bis dreimal loben und einen Fehler ansprechen“, rät die Expertin. Beispielsweise bei Problemen mit dem Zahlenverständnis hilft regelmäßiges kurzes Lernen von etwa fünf Minuten am Tag.
Kinder im Grundschulalter lernen gut spielerisch im Alltag. So können sie etwa die Einkaufsliste für die Eltern oder eine Postkarte an Oma und Opa schreiben. Außerdem sollte das Kind Schritt für Schritt mehr Eigenverantwortung übernehmen. Eltern sitzen bei den Hausaufgaben am besten nicht daneben, aber sie können Hilfe anbieten oder erinnern: „Du wolltest dich doch noch hinsetzen und etwas für die Schule machen.“ Große Perdekamp sagt: „Ein typisches Problem ist, dass Eltern die Ruhe verlieren.“ Sätze wie „Du kapierst es einfach nicht“ kränken das Kind aber nur, statt zu motivieren. „Eltern sind hilf- und ratlos, wenn sie merken, dass ihre Unterstützung nicht ankommt“, sagt die Expertin. Dann heißt es aber: Gelassen bleiben und Ruhe bewahren.