Ausbau trotz Personalmangels In Neuss gehen zwei neue Kitas an den Start
Neuss · Pünktlich zum neuen Kindergartenjahr am 1. August kündigt die Stadt die Eröffnung zwei neuer Einrichtungen in Neuss an. Doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Was die Verwaltung fordert.
Zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August liefert die Stadt Neuss einen aktuellen Überblick: Somit gehen 105 Einrichtungen mit insgesamt 370 Gruppen am Donnerstag an den Start. Doch dabei soll es nicht bleiben. Mit Blick auf die nächsten Monate kündigt die Stadt weitere Gruppen an – und zwar in neuen Räumlichkeiten.
Im Rahmen der städtischen Ausbauplanung soll es nämlich bald schon zwei neue Einrichtungen in Neuss geben: die Kita Grupellopark in Norf, die am 1. August startet und vier Gruppen für Kinder von unter drei Jahren bis zum Schuleintritt hat, sowie die Kita Annostraße, die zum 1. September mit drei Gruppen für dasselbe Altersspektrum eröffnet. Sobald die neu errichteten Wohnungen im Umfeld der Einrichtungen bezogen sind, sollen drei dieser Gruppen im Laufe des Kindergartenjahres gefüllt werden.
Nichtsdestotrotz bleibt die landesweit angespannte Personalsituation auch im kommenden Kitajahr nicht ohne Folgen: Aufgrund von Personalmangel kann eine Gruppe nicht betrieben werden. Die Stadt verweist jedoch auf die Bemühungen der Träger, die äußerst aktiv im Bereich der Fachkräftegewinnung seien und unter anderem durch „positive Öffentlichkeitsarbeit sowie hervorragende Ausbildung einen guten Zulauf“ erreichten. Tatsächlich sprechen die Zahlen für sich: Denn noch im Frühjahr 2024 konnten von den 376 gemeldeten Gruppen lediglich 368 Gruppen betrieben werden. Andere Einrichtungen, wie die Kita „Blaue Maus“ konnten in der Zwischenzeit alternative Lösungen finden: Die Großtagespflege des Unternehmens 3M nutzt nun die Räumlichkeiten der Kita für die Betreuung ihrer eigenen Gruppe.
Doch auch wenn allen Eltern ein Platz für ihre Kinder angeboten werden konnte, so bleiben die Herausforderungen für die Erzieher und Erzieherinnen bestehen. Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche, hohe Auflagen und hohe Krankheitsstände innerhalb der Einrichtungen.
Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ist nicht zu realisieren
„Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ist so aktuell nicht zu realisieren, weil wir keine Fachkräfte mehr haben“, betonte eine Kita-Leiterin zuletzt im Gespräch. Die Stadt betont auf Nachfrage hin, dass der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllt werden könne. Doch auch die Verwaltung verweist auf die Herausforderungen des Fachkräftemangels, die strukturelle Veränderungen erfordern – und zwar durch das Land NRW. „Hierzu zählt unter anderem die Neuregelung der finanziellen Ausstattung der Kitas, wie in Gesprächen zwischen Stadt Neuss und den Trägern immer wieder deutlich wird“, heißt es in einer Mitteilung.
Sofern das Land NRW weiterhin keine ausreichende Finanzierung gewährleistet, kündigte die Stadt bereits an, ab dem Kita-Jahr 2024/2025 die Anteile der Träger an der Gesamtfinanzierung zu übernehmen, um die Betreuung der Kinder sowie die Trägervielfalt weiterhin zu gewährleisten.
Wer für das neue Kitajahr noch einen Platz sucht, kann auch bei einer Kindertagespflege fündig werden. Aktuell gibt es in den Neusser Tagespflegestellen nämlich noch freie Plätze. Das Angebot richtet sich an Kinder unter drei Jahren und bietet laut Stadt eine familiennahe und flexible Betreuung. So gebe es dort eine feste Bezugsperson, die auf die persönlichen und individuellen Bedürfnisse der Kinder sowie der Eltern eingehen kann. „Es wird auf diese Weise eine individuelle Förderung für das Kind sichergestellt“, wie die Stadt mitteilt.
Die Betreuung findet in den privaten oder angemieteten Räumen der Kindertagespflegestellen in kleinen Gruppen von bis zu fünf Kindern statt. Möglich ist zudem noch die Betreuung in einer Großtagespflegestelle, wo bis zu neun Kinder von zwei bis drei Kindertagespflegepersonen betreut werden.
Alle Kindertagespflegepersonen verfügen über einen entsprechenden Qualifikationsnachweis für Kindertagespflegepersonen nach den Richtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen. Ansprechpartnerin für die Kindertagespflege ist Katrin Kreuer (02131 90-5394).