Allein in Leipzig gehen bei der Montagsdemonstration rund 120000 Menschen auf die Straße. Nachdem die Sicherheitskräfte bei den Protesten in der vergangenen Woche erstmals keine Gewalt angewendet haben, finden immer mehr Menschen den Mut, sich zu beteiligen.
Auch in anderen Städten der DDR erschallt der Ruf "Wir sind das Volk": In Dresden, Magdeburg und Halle demonstrieren jeweils 10000 Menschen, in Ost-Berlin 5000. Die Forderungen sind überall gleich: Zulassung des "Neuen Forums", freie Wahlen, Presse-, Meinungs- und Reisefreiheit.
Langsam dürfen die DDR-Medien etwas offener berichten. Erstmals strahlt das DDR-Fernsehen einen Bericht der Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera" über die DDR-Flüchtlinge in der Bundesrepublik aus.
Auch die Montagsdemonstrationen in Leipzig, Dresden und Magdeburg werden in den Nachrichten erstmals erwähnt. Pauschale Beschimpfungen als "Rowdys" gibt es nicht mehr.