Der tote Säugling sollte am Montag in Berlin untersucht werden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Die Behörde bezeichnete die Entscheidung als „leider unvermeidbar“.
Unterdessen geht auch an der Charité und dem Deutschen Herzzentrum die Suche nach der Ursache für die Keim-Infektionen weiter. Der Zustand der noch betroffenen Babys ist stabil.
Die Staatsanwaltschaft wolle nun feststellen lassen, ob das Baby an den Folgen einer Infektion mit Serratienkeimen gestorben sei, hieß es. Der Charité-Chef Karl Max Einhäupl hatte das bereits verneint: „Die Serratia war nicht ursächlich für den Tod des Kindes“, sagte er am vergangenen Freitag unter Berufung auf die behandelnden Ärzte in der Charité und im Herzzentrum. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
Der mit Darmkeimen infizierte und schwer herzkranke Säugling war von der Charité ins Herzzentrum verlegt und dort operiert worden. Nach der Operation verschlechterte sich der Zustand des Kindes, das mit offener Brust an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen war. Das Baby sei nach Abschaltung der Maschine gestorben, sagte der Wissenschaftsstaatssekretär Knut Nevermann (SPD) am Montag vor dem Gesundheitsausschuss im Abgeordnetenhaus. Ärzte und Eltern hätten sich über diesen Schritt verständigt, als der Hirntod absehbar war. Eine Obduktion hätten die Eltern damals abgelehnt. Am 12. Oktober wurde das Kind auf einem muslimischen Friedhof bestattet.