Der Mann war verdächtigt worden, bei einem Überfall auf ein Schnellrestaurant in Düsseldorf geholfen zu haben. Zuerst wartete die Staatsanwaltschaft aus prozesstechnischen Gründen drei Jahre, dann lag der Fall fünf Jahre lang unbearbeitet beim Landgericht. Der „Express“ berichtete darüber.
„Vorrang haben Termine mit Inhaftierungen, da diese zeitlich befristet sind“, erläuterte dessen Pressesprecherin Elisabeth Stöve. Seit 1. Januar gebe es eine neue Strafkammer, die die alten Fälle abarbeitet. Ab dem Sommer solle noch eine weitere neue Strafkammer ebenfalls der Belastung entgegenwirken. Christian Friehoff, Vorsitzender des Richterbundes in Nordrhein-Westfalen, sagte der Deutsche Presse-Agentur: „Der unschuldige Angeklagte muss jahrelang mit dem ungeklärten Vorwurf leben, der Schuldige kann nicht mit seiner Tat abschließen.
Die Tatopfer müssen jahrelange Ungewissheit hinnehmen. Auch die Gerechtigkeit nimmt Schaden, da eine erst sehr spät abgeurteilte Tat meist nicht mehr angemessen bestraft oder oft auch gar nicht mehr nachgewiesen werden kann.“