Gelder für Krankenhäuser SPD-Kritik an Landrat Hendele

Haan · Die Insolvenz der Krankenhäuser in Haan und Ratingen sowie die Schließung der Notaufnahme in Langenfeld seien Folgen einer verfehlten Gesundheitspolitik.

Das Haaner Krankenhaus St. Josef war im Dezember 2023 geschlossen worden.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

(kle/peco) Die SPD Haan und die SPD Ratingen haben die jüngst veröffentlichte Mitteilung von Landrat Thomas Hendele (CDU) zur Vergabe von 120 Millionen Euro an zwei Klinikstandorte im Kreis Mettmann als einseitige Erfolgsmeldung kritisiert, die die gravierenden Versäumnisse der vergangenen Jahre ausblende. Hendele hatte die Zuwendung erfreut mit den Worten kommentiert: „Mit 120 Millionen Euro erhalten zwei der drei Kliniken im Kreis Mettmann fast ein Viertel der in ganz NRW bisher zugewiesenen Fördermittel.“, Zwar ändere das nichts an dem „bitteren Geschmack“ der Insolvenzen und dem Verlust der Kliniken in Haan und Ratingen und jetzt auch der Notaufnahme in Langenfeld. „Aber ich bin auch froh, dass die besonders schwierige Situation im Kreis Mettmann seitens des Gesundheitsministeriums erkannt wurde und die Klinikstruktur im Kreis Mettmann nun mit schnellen Mittelzuweisungen stark unterstützt wird“, hatte Hendele hinzugefügt.

Martin Haesen, Vorsitzender der SPD Haan, stellt dagegen klar: „Es ist unbestritten, dass diese Finanzmittel nach der Schließung des Haaner und des Ratinger Krankenhauses dringend benötigt werden. Doch das Problem liegt tiefer: Die Landesregierung unter Minister Karl-Josef Laumann (CDU) hat es über Jahre hinweg versäumt, den Krankenhäusern in NRW ausreichend Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen. Jetzt wird mit großer Geste Geld verteilt, aber die Realität ist, dass viele Standorte bereits verloren sind und die Gesundheitsversorgung in der Region de facto schlechter geworden ist. Hierbei nicht nachzusteuern, wäre grob fahrlässig.“

Pat Kreß, Vorsitzender der SPD Ratingen, ergänzt: „Die Insolvenz der Krankenhäuser in Haan und Ratingen sowie die Schließung der Notaufnahme in Langenfeld sind keine isolierten Ereignisse, sondern direkte Folgen einer verfehlten Gesundheitspolitik. Die Menschen im Kreis Mettmann haben heute weniger Zugang zu medizinischer Versorgung als zuvor. Es reicht nicht aus, jetzt Rettungsgelder zu verteilen, wenn vorher die strukturelle Unterfinanzierung dazu geführt hat, dass Standorte geschlossen werden mussten.“

Die SPD Haan und die SPD Ratingen fordern von der schwarz-grünen Landesregierung eine grundsätzlich bessere Finanzierung der Krankenhausinfrastruktur in NRW.

(kle peco)