Altweiber in Kaarst Närrinnen erobern Rathaus-Schlüssel

Kaarst · Die Stadt Kaarst hat in diesem Jahr zwar keinen Karnevalsprinzen. Das hat die Möhnen aber nicht daran gehindert, an Altweiber wieder das Rathaus zu stürmen. In diesem Jahr fand auch der Veedelszug der Matthias-Claudius-Grundschule wieder statt.

Die Kaarster Möhnen haben an Altweiber am 27. Februar 2025 das Rathaus übernommen.

Foto: Wolfgang Walter

Im vergangenen Jahr hatte das Wetter den Schülern und Lehrern der Matthias-Claudius-Schule an Altweiber einen Strich durch die Rechnung gemacht: Der traditionelle Veedelszug durch Kaarst fiel aus. Nun aber feierte die Schule ihr Comeback, die Kinder zogen durch die Straßen und tanzten vor dem Rathaussturm am Donnerstag auf dem Marktplatz zum Song „APT.“ von Rosé und Bruno Mars. Bürgermeisterin Ursula Baum war so begeistert, dass sie sogar eine Zugabe forderte – die sie dann auch bekam. Nach der zweiten Tanzeinlage gab es für die Schüler die verdienten Kamelle. Dabei passierte Baum ein Mini-Fauxpas, denn sie begrüßte die Kinder nicht mit „Helau“, wie es in Kaarst üblich ist, sondern mit „Alaaf“.

Die Möhnen klopften bereits ungeduldig an die Tür zur Rathausgalerie. Als diese dann geöffnet wurde, stürmten die Närrinnen hinein und rangen mit Ursula Baum um dem Schlüssel der Stadtkasse. Ganz vorne dabei: Ober-Möhne Else Bederke, die im vergangenen Jahr den Rathaussturm verpasst hatte und nun wieder als erste in die Galerie stürmte. Sie entriss Baum den Schlüssel und tanzte innig mit ihm. In der Stadtkasse war allerdings nicht viel drin.

Die Kaarster Stadtkasse musste nicht großartig geplündert werden, viel war nicht zu holen.

Foto: Stephan Seeger

In Abwesenheit von Kämmerer Stefan Meuser versuchte erstmals der neue technische Beigeordnete Harald Droste die Kasse zu verteidigen. Dazu trug er extra die Boxhandschuhe des Kämmerers, musste sich am Ende aber der Übermacht der Möhne geschlagen geben.

Über Nachwuchs-Tänzerinnen muss sich die Narrengarde Blau-Gold keine Gedanken machen.

Foto: Stephan Seeger

Die Bürgermeisterin ging in ihrer Ansprache in Reimform auf die leeren Kassen ein. „Schlüssel und Kasse habt ihr euch gestohlen, was genau wolltet ihr euch denn holen? Schaut euch um, was soll ich sagen, die Kasse ist leer, es ist kaum zu ertragen“, sagte die erste Bürgerin der Stadt und machte so auf das größte Problem in Kaarst aufmerksam: die Finanzen.

Raphael Leßmann, Karnevalsprinz der letzten Session, feiert mit.

Foto: Stephan Seeger

Auch der verkürzte Rosenmontagszug wurde thematisiert. „Der Zug in Büttgen, so toll wie keiner, ist diesmal ein Stückchen kleiner. Nicht, weil die 5 Aape müde geworden. Nein, es gibt da andere Sorgen“, reimte Baum. Die Sicherheit gehe vor, deshalb werde der Zug einen verkürzten Weg nehmen. Gleichzeitig gab die Bürgermeisterin ein Versprechen ab: „Im nächsten Jahr, versprochen, wird’s länger, bis zum Rathaus in Büttgen rollen dann die Hänger“.

Die Dancing-Girls des Karnevalsvereins „Kaasch op Jöck“ stellten ihre Akrobatik zur Schau.

Foto: Wolfgang Walter

Raphael Leßmann, Karnevalsprinz der vergangenen Session, feierte in der Rathausgalerie mit und trat gemeinsam mit Hoppeditz Daniela Frimmersdorf als „Puffbrause und Kräutertee“ (“PuK“) auf. In diesem Jahr hatte sich kein Karnevalsprinz gefunden, aber auch ohne wurde in der Galerie gefeiert. Für beste Stimmung sorgten die Tanzgarden der Karnevalsvereine „Narrengarde Blau-Gold“ und „Kaasch op Jöck“, die ihre Akrobatik unter Beweis stellten. Von Ursula Baum gab es dafür ein dickes Lob – auch für die Trainerinnen, „ohne die das alles nicht möglich wäre“, so Baum.

Wirtschaftsförderer Felix Hemmer schlüpft auch an Altweiber in die Rolle des Moderators.

Foto: Stephan Seeger

Neben den Karnevalsvereinen waren auch die Gesellschaft Carolus mit dem Vorsitzenden Lars Christoph, die CDU mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Christian Horn-Heinemann und dem stellvertretenden Bürgermeister Theo Thissen sowie die SPD mit der Parteivorsitzenden Ulrike Bruckner-Kindsmüller, der Fraktionsvorsitzenden Hildegard Kuhlmeier und Monika Hartings vor Ort, um die närrischen Tage einzuläuten.