Altweiber 2025 in Neuss Novesia will es krachen lassen
Neuss · Im Sonnenschein und Konfettiregen haben die Jecken auf dem Neusser Markt den Beginn des Straßenkarneval gefeiert. Bürgermeister Reiner Breuer wurde dafür von Novesia und ihrem Gefolge in Ketten gelegt.
Kurz vor 11.11 Uhr im Rathausfoyer: Die ersten Karnevalisten sind schon da und warten auf ihr Signal. Von all dem ahnt Bürgermeister Reiner Breuer noch nichts. Mit dem Rathausschlüssel in der Hand hat er es sich auf seinem Schreibtischstuhl bequem gemacht, um ein Nickerchen zu halten. Doch was ist das? Auf einmal öffnet sich die Tür und eine Garde Jecker stürmt sein Büro – alle voran Novesia Laura I. Kievitz „Wer stört meinen Beamtenschlaf“, kann Breuer gerade noch fragen, da ist er schon umzingelt und in Ketten gelegt. Um auf Nummer sich zu gehen, gibt es für den Bürgermeister noch ein Paar rosafarbener Plüschhandschellen. Mit farblich passender Peitsche scheucht Novesia ihn hinaus auf den Rathausbalkon. Ganz kampflos möchte Breuer ihr den Rathausschlüssel nicht überlassen, doch am Ende ist es Laura I. geglückt „Der Rathausschlüssel ist nun in Narrenhand.“
Auf dem Markt haben sich schon viele Jecken versammelt
Und um das zu Feiern, geht es mit Reiner Breuer im Gepäck hinunter auf den Markt: Da haben sich schon einige kostümierte Jecken versammelt, die als Glücksbärchi, Astronaut oder Clown Novesia und ihr Gefolge begrüßten.
Auf der Bühne angekommen hält Karnevalspräsident Andreas Picker sich kurz: „Heute habe ich nichts zu sagen, der Tag gehört den Frauen“, ruft er und überlässt Vizepräsidentin Sabine Roeb die Bühne. Sie erlaubt dem Prinzen Robert I. Roeb gerade einmal drei Worte zu sprechen „Guten Morgen“ und „Helau“ – dann gibt sie das Mikrofon gleich weiter in Frauenhand. „Ich habe die Aufgabe, es krachen zu lassen“, ruft die Novesia und erntet dafür viel Applaus. Aus Bürgermeister Reiner Breuer ist derweil der „Jecke Reiner“ geworden. „Zumindest bis Aschermittwoch“, fügt er hinzu und überreicht Novesia, die eine Blumenallergie hat, einen Strauß Lego-Rosen. „Die habe ich vorab aus 800 Teilen zusammengebaut“, erklärt er. Dann wendet er sich an das närrische Publikum: „Der Kappessonntagszug findet statt. Wir lassen uns die Freude nicht nehmen und denkt dran, wenn am Kappessonntagszug die Sonne lacht, hat das der Bürgermeister gemacht.“ Helau und Jubelrufe ertönen.
Für schönes Wetter müssen die Jecken aber nicht bis Kappessonntag warten: Den Beginn des Straßenkarnevals feiern sie am Altweibermorgen im schönsten Sonnenschein – und im bunten Konfettiregen. „Der Platz ist voll, die Sonne scheint, was will das Herz mehr?“, fragt Vizepräsidentin Sabine Roeb. Bestätigung gibt es aus dem närrischen Publikum.„Es ist immer wieder schön hier“ – da sind sich die Besucherinnen Eva, Birgit und Trudi vom Schützenzug Allerheiligen einig. Während auf der Bühne der Nüsser Jong mit einer Party-Version des Neusser Heimatlieds und anderen Quirinusliedern zum Schunkeln animiert, bringt auch die Fantastic Company die Menge zum Feiern. Nach Auftritten des Blauen Fünkchen, dem Kinderprinzenpaar Jayden und Cécilia und der Tanzgarde zogen die Jecken weiter ins Zeughaus, um den ersten Tag des Straßenkarnevals ausklingen zu lassen. Die Polizei ist beim Altweibertreiben vor Ort: „Bisher sind keine besonderen Vorkommnisse bekannt“, berichtete ein Sprecher gegen 17 Uhr.