Eisenbahngeschichte Schau zum neuen Museumsstück: auf den Spuren des Transrapid
Bochum · Einst stellte der Transrapid Tempo-Rekorde auf, nun ist er ein Fall fürs Eisenbahnmuseum in Bochum. Passend zum neuen Exponat macht sich eine Foto-Ausstellung auf Spurensuche - bis nach Shanghai.
Kurz vor der Winterpause schwebte der Transrapid in Bochum ein: Mit dem Start in die neue Saison widmet das dortige Eisenbahnmusem ihrem neuen Ausstellungsstück eine Sonderausstellung. In rund 20 Fotografien und mit weiteren Exponaten hat der Fotograf Jan Ladwig Spuren der gescheiterten Hochleistungstechnologie in der Gegenwart gesammelt. Auf seinen Bildern dokumentiere er verwirklichte und verworfene Teststrecken, verwaiste Versuchsanlagen und schließlich die weltweit einzige Transrapidstrecke im Regelbetrieb in Shanghai, heißt es in einer Ankündigung.
Ebenfalls im Foto festgehalten ist der Einzug des Transrapid 07 in das Bochumer Eisenbahnmuseum: Das einstige Test- und Vorführfahrzeug wird dort seit Herbst auf einem Stück Original-Fahrweg mitsamt riesiger Magneten ausgestellt.
Rivalen in Sachen Rekordtempo treffen aufeinander
Am Wochenende zum Start in die neue Saison nach der Winterpause erwarte die Besucher dazu ein weiterer Höhepunkt: Zum Transrapid gesellt sich bis Sonntag der Triebkopf eines ICE der ersten Generation. Damit kommen die früheren Rivalen um die Zukunft des Verkehrs erstmals zusammen, schildern die Ausstellungsmacher.
Das von zahlreichen Ehrenamtlern getragene Museum präsentiert auf seinem Gelände und in einem alten Ringlokschuppen zahlreiche Dampf- und Dieselloks sowie andere historische Exponate der Eisenbahngeschichte. Mit der Magnetschwebebahn rückt nun ein jüngeres Kapitel in den Blick: Der Transrapid war seit den 1970ern von Thyssenkrupp, Siemens und anderen entwickelt worden.
Doch erhebliche Zweifel an der Wirtschaftlichkeit ließen die deutsche Magnetschwebe-Technologie nicht über Einzelprojekte, etwa in China, und Versuchsstrecken hinauskommen. Verbunden mit dem Transrapid ist außerdem ein tragisches Unglück auf der Versuchsstrecke im Emsland. 2006 starben 23 Menschen, als der Zug auf ein Wartungsfahrzeug auffuhr.
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