Worringer Platz in Düsseldorf Busfahrer verliert Kontrolle — Frau an Haltestelle schwer verletzt

Update | Düsseldorf · Ein Wagen der Rheinbahn prallte in die Haltestelle am Worringer Platz. Die Überreste schob er rund zehn Meter vor sich her.

Ein Busfahrer hat am Worringer Platz die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Bus zerstörte eine Haltestelle.

Foto: RP/Uwe-Jens Ruhnau

Bei einem schweren Unfall mit einem Rheinbahn-Gelenkbus sind am Sonntagmittag am Worringer Platz zwei Menschen verletzt worden. Ein Busfahrer hatte nach Angaben der Polizei wegen eines internistischen Notfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in eine Bushaltestelle am Worringer Platz gefahren. Diese zerstörte der Bus und schob die Überreste rund zehn Meter vor sich her. Der Bus riss eine Passantin um, die sich auf dem Bürgersteig befand. Die Frau wurde schwer verletzt. Beiden Verletzten kamen ins Krankenhaus.

Dass es nicht mehr Verletzte gab, lag am Zeitpunkt des Unfalls – normalerweise ist an der Haltestelle viel mehr los. „Es hätten einige Personen verletzt sein können, wenn das an einem Werktag passiert wäre“, kommentierte eine Polizistin, die den Unfallort absperrte.

Der Bus der Linie 721 in Richtung Flughafen hatte die Karlstraße stadtauswärts befahren. Gegen 12.30 Uhr kam es zu dem Unfall. Der Bus rammte zudem zwei Einwurfbehälter eines unterirdischen Wertstoffcontainers. Auch eine Laterne fuhr er um. Umgehend gingen zahlreiche Anrufe unter der 110 bei der Polizei ein, so dass rasch Einsatzkräfte vor Ort waren.

Eine Stunde nach dem Crash lief noch die Unfallaufnahme. Mitarbeiter der Rheinbahn-Werkstätten flexten Teile von der völlig verbogenen und hinderlichen Konstruktion des Rheinbahn-Häuschens ab. Sie landeten neben den vielen Scherben der zerplatzten Windschutzscheibe und des Wartestandes auf dem Boden. Dann trafen gegen 14 Uhr zwei große Abschlepp-Sonderfahrzeuge ein, die den Gelenkbus wieder auf die Straße ziehen sollten. Schließlich sollte der Bus zum Betriebshof Lierenfeld geschleppt werden, so der Plan.

Es handelt sich bei dem Unglücksbus um ein Fahrzeug des Herstellers Solaris. Diese Reihe ist seit fünf Jahren bei der Rheinbahn im Einsatz. Heute kostet der Bus in der Neuanschaffung bis zu 500 000 Euro. Wenn er voll besetzt ist, finden darin bis zu 200 Personen Platz. Wie viele Fahrgäste sich in dem Bus zur Zeit des Unfalls befanden, war am Sonntag nicht zu klären.

Die Rheinbahn-Techniker vor Ort waren zuversichtlich, dass sie das Fahrzeug reparieren und wieder auf die Straße bringen können. „Wir müssen aber erst einmal schauen, wie er von unten aussieht“, sagte einer der Technikexperten bei der Untersuchung des Gefährts. Die Gelenkbusse seien wegen ihrer Kapazität besonders wichtig und der Unfall bedeute, dass man sich noch ein wenig mehr strecken müsse, um den Fahrdienst gut organisieren zu können, erklärte ein leitender Mitarbeiter der Rheinbahn.

Die Abschleppwagen zogen den Bus ein Stück auf die Straße und hoben ihn vorne rund zwei Meter in die Höhe. Einer der Abschleppwagen kann 60 Tonnen ziehen, der andere 40 Tonnen. Der Bus hat knapp 20 Tonnen Leergewicht. Gegen 15.15 Uhr ging es Richtung Lierenfeld, denn die Bergung war geglückt. Mitarbeiter der Rheinbahn kehrten die vielen Scherben zusammen, Awista-Kollegen sorgten für Sauberkeit. Nun wird eine Behelfshaltestelle eingerichtet. Am Montag soll der Betrieb wieder laufen.

(anbu/ujr)