Karneval in Meerbusch Prinz Lukas I. stürmt das Rathaus mit Pyrotechnik

Meerbusch · Auf der Dorfstraße sorgten die Tanzgarden der Karnevalsvereine für beste Stimmung. Bürgermeister Christian Bommers und seine Kollegen verteidigten als Marktleute und Bauern ihre Stellung auf dem Rathausbalkon – vergeblich.

Mit gelbem und schwarzem Rauch eroberte der Prinz mit seinem Gefolge das Rathaus.

Foto: Anna Kirsten

Das Meerbuscher Karnevalsmotto passte selten so gut wie an diesem Altweiberdonnerstag: „Op dem Maat stont die Buure“. Während die Jecken sich am Morgen auf der Dorfstraße versammelten, verkauften auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz die Marktleute Obst und Gemüse, Backwaren, Fleisch und Fisch.

Für den Ansturm der Jecken auf das Rathaus führte diesmal ein gewisser Fritz Grätemann durch das Programm. Dazu hatte sich Stadtsprecher Michael Gorgs mit Schürze, einer Fischkette und Gummistiefeln kostümiert. Er begrüßte auf dem Rathausbalkon den „jungen Mann mit dem Strohhut“. Bürgermeister Christian Bommers winkte der versammelten Menge zünftig gekleidet im Karohemd zurück. Zu seiner Seite hatte sich Dezernent Peter Annacker reichlich mit Obst und Gemüse behangen, Kollege Andreas Apsel hatte seine Schiebermütze dezent mit Blumen geschmückt, Bettina Scholten war von Bienchen umschwirrt und mit Imkerhut gerüstet. Gemeinsam hatten sie sich auf die obere Rathausetage vor dem bevorstehenden jecken Ansturm zurückgezogen. Die 120 Jahre alte Rathaustür blieb gut verrammelt.

Doch bevor es so richtig zur Sache ging, wurde dem närrischen bunt verkleideten Volk mit Musik und Tanz eingeheizt. Die Männertanzgarde der KG Fettnäpke Osterath brachte die gut gelaunten Jecken schnell zum Lachen und Klatschen. Sichtlich mit Spaß dabei schwangen die Männer ihre Hüften. Zum Liedtext „Bauch, Beine, Po“ und „O, o, o“ präsentierten sie eine gestenreiche und figurbetonte Choreografie, die für ein johlendes Publikum und beste Stimmung sorgte.

Dann nahm das jecke Treiben weiter Fahrt auf mit den Tanzgarden der KG Heinzelmännchen aus Büderich, der KG Kött on Kleen aus Nierst und der KG Blau-Weiß aus Büderich. Die jungen Tänzerinnen begeisterten mit viel Schwung und tänzerischem Können. Viel Beifall gab es auch von den beiden Kinderprinzenpaaren aus Nierst, Prinz Paul Benda und Prinzessin Leni Bongartz sowie aus Lank, Prinz Lukas Klein und Prinzessin Dana Brozek. Sie hatten einen Korb mit „jungem Gemüse“ dabei.

Das wollte Prinz Lukas I. Bongartz als „junges Gemüse“ ins Rathaus liefern. Deshalb forderte der den Bürgermeister auf, die Türe zu öffnen. Im närrischen Streitgespräch erinnerte er Bommers an einen Feuerwehrlehrgang vor 30 Jahren, den sein Vater und Christian Bommers gemeinsam belegt hatten. Dabei sei auch eine Striptease-Tänzerin aufgetreten. Daran könne er sich beim besten Willen nicht erinnern, konterte Bommers, aber es sei ein schöner Abend gewesen.

Da war schnell Schluss mit der Provokation und dem Geplänkel, der 21-jährige Prinz aus Nierst hatte eine kurze Zündschnur. Mit gelber und schwarzer Pyrotechnik hüllte er das Rathaus in dichten Rauch und ließ die Kettensäge knattern. Angesichts der dicken Rauchschwaden stoben die Jecken auf der Dorfstraße auseinander und gingen auf Abstand. Im Nu war der Prinz mit seinem Gefolge auf den Balkon geeilt und schwenkte dort einen großen Bullenkopf. Das Signal für den Start der närrischen Party im Zelt hinter dem Rathaus.

(stz akir)