Bildungs- und Innovationscampus in Neuss IHK sammelt Argumente für Grundsatzentscheidung
Neuss · Wendersplatz oder Kaufhof am Konvent? Die IHK befragt Firmen aus dem Rhein-Kreis zum neuen Standort.
(-nau) Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein wird am Dienstag, 10. Dezember, eine Grundsatzentscheidung zum Standort ihres geplanten Bildungs- und Innovationscampus treffen. Zwei Optionen stehen zur Wahl, doch IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz ist überzeugt, dass es „kein Richtig oder Falsch gibt“. Diese Ansicht leitet er aus dem Ergebnis eines Regionalforums ab, zu dem Mitgliedsbetriebe aus dem Rhein-Kreis in die Räume der C.Thywissen GmbH eingeladen worden waren. Dabei trugen sie viele Argumente vor, die für einen Neubau am Wendersplatz aber auch für die Ansiedlung in der leer stehenden Kaufhausimmobilie am Konvent sprechen.
Dieses Regionalforum dient der Vorbereitung des größten Investitionsvorhabens der IHK in der jüngeren Vergangenheit. Man werde nun alle Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken gewichten, kündigte Steinmetz an. „Und natürlich wird es auch eine Abwägung bezüglich der Wirtschaftlichkeit geben“, fügte er hinzu. Ein Angebot der Stadt, die über ihre Neusser Bau- und Immobilienmanagement GmbH (NBI) Besitzer des ehemaligen Kaufhofkomplexes geworden ist, wurde der IHK für die zweite Oktoberhälfte zugesagt, berichtet Steinmetz.
Die Stadt hatte das Projekt Wendersplatz, wo Investoren drei Baufelder zur Entwicklung angeboten werden könnten, Anfang Oktober auf der Immobilienmesse Expo Real in München vorgestellt. Dabei war von zwei Zeithorizonten die Rede. Vorrang hat eine vorübergehende Umgestaltung des Platzes für das Jahr der Landesgartenschau 2026. Eine Neubebauung kann frühestens 2027 angegangen werden. Auch das könnte ein Argument für die IHK-Vollversammlung sein.
Ausgangspunkt der Standortsuche, so rief Steinmetz beim Regionalforum in Erinnerung, ist der Wunsch, „den Themen Bildung und Innovation in Neuss größeren Raum zu geben“. Denn das seien Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Mitgliedsunternehmen. Die Möglichkeiten, über die die IHK derzeit an der Friedrichstraße verfügt, seien dafür sehr begrenzt. „Als wir uns deshalb 2020 entschlossen haben, in Neuss in einen Neubau zu investieren, war noch nicht abzusehen, dass mit dem Leerstand des Kaufhofs eine zweite Option vorliegen würde“, fügte er hinzu. Ihm schloss sich IHK-Vizepräsidentin Susanne Thywissen mit der Ergänzung an: „Es geht um Bildung, um Innovation – und um unsere Innenstadt, die eine Transformation zu leisten hat.“