Neuss. Die Anlage des Jahnstadions soll für den Trainings- und Spielbetrieb erhalten werden - uneingeschränkt. Dies fordert der Vorsitzende des Sportausschusses, Heinz London (SPD), im Vorgriff auf eine Sondersitzung am 10.September zur künftigen Planung auf dem Gelände.
Hintergrund laut London: Bürgermeister Herbert Napp möchte am 19. September abschließend im Rat über das Schicksal der größten Neusser Sportanlage entscheiden lassen. Laut Informationen des Stadtverordneten Heinz London "mehren sich die Zeichen", dass der Bürgermeister und die CDU-Mehrheitsfraktion zumindest an einer Teilbebauung festhalten werden.
Eine mögliche Variante: Die beiden Aschenplätze werden für mehrere ein- bzw. anderthalbgeschossige Einfamilienhäuser geopfert. Die Erschließung wäre über die Jahn- oder Fichtestraße möglich. Nur die Bebauung auf und an der Hauptkampfbahn stehe nicht mehr zur Disposition.
Heinz London, Stadtverordneter (SPD).
Tatsächlich hatten sich Bürgermeister Herbert Napp und die CDU-Fraktion schon wenige Wochen nach der ersten Präsentation des so genannten Drei-Säulen-Models für das Jahnstadion im Januar von der hochwertigen Bebauung des Rasenplatzes verabschiedet.
Eine unerwartet intensive Protestwelle der Anwohner hatte die Verantwortlichen offensichtlich nicht unbeeindruckt gelassen. Dennoch: Um ein Zentrum für die TG Neuss neben den Hockeyplätzen bauen zu können (von dieser Variante sprach der Verwaltungschef bei einem Treffen mit der Bürgerinitiative "Rettet das Jahnstadion" im April), soll zur Finanzierung eine Wohnbebauung dienen.
"Sicher ist es richtig, sich Gedanken zur Refinanzierung von Ertüchtigungen Neusser Sportanlagen zu machen", meint Heinz London, "aber nicht so unüberlegte Querschüsse wie eine mögliche Wohnbebauung in einem Sportareal."
London sagt für den Fall einer Wohnbebauung voraus: "Es wird dann zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung der Anlage geben, der so genannte Sportlärm muss dann zu Lasten der Vereine zurückgeführt werden. Um eine Reduktion der Immissionwerte zum Schutze der Wohnungsinhaber zu erreichen, wird der Bürgermeister eine entsprechende Allgemeinverfügung anordnen, die eine sportliche Nutzung der Anlage erheblich weiter einschränken würde."
Ein lediglich verzögertes Ende der Sportanlage sieht die Sprecherin der Initiative "Rettet das Jahnstadion", Frauke Arndt, falls es tatsächlich zu einer parallelen Wohnbebauung kommt. "Dann geht das Jahnstadion dem Ende entgegen, es dauert nur länger als bei den ersten Plänen."