Der 1. April hat für Klaus-Peter Pfeifer eine besondere Bedeutung. Es ist der Tag, an dem er vor 30 Jahren sein Galerie-Gewerbe anmeldete. Da war es naheliegend, über diese besondere Ausstellung weitab von den üblichen mit diesen Worten verbundenen Scherzen den Titel „April, April“ zu stellen.
Gleichzeitig geben drei Jahrzehnte HWL-Galerie und Edition eine gute Gelegenheit, zurückzublicken. Denn es war eher der Zufall, der die Werbeagentur HWL und den sich für bildende Kunst sehr interessierenden Kirchenmusiker und Dirigenten zusammenbrachte. „Kannst du die nicht genutzten Räume mit Kunst bespielen?“, wurde Klaus-Peter Pfeifer eines Tages von den Agentur-Mitgliedern gefragt. Und schon bald mietete er die Räume an der Düsselthaler Straße 8 an, suchte die Künstler aus, organisierte Vernissagen und wusste, dass während der Galerie-Öffnungszeiten die Werbeagentur-Chefs einen Blick auf die Kunst werfen konnten.
Pfeifer erinnert sich an die Anfänge: „Im April 1995 zeigten wir die Landschaftsmalerei des Tübinger Künstlers Karl Dautermann. Er ist unserer Galerie bis heute verbunden. Anlässlich der Galerie-Eröffnung gab es das erste Blatt unserer Edition ‚Zwölf-Eins’. Es trug den Titel ‚Mondblume‘, eine Kaltnadelradierung in einer Auflage von 30 Exemplaren als Tiefdruck. Jedes Blatt war signiert und nummeriert. Bereits ein Jahr später war die Sammelmappe komplett.“
Es gab eine Reihe interessanter Einzelausstellungen, häufig gepaart mit anderen Kunst- oder Literatur-Events, etwa im Düsseldorfer Stadtmuseum. Pfeifer bilanziert: „Die von der Galerie vertretenden Künstlerinnen und Künstler sind im weitesten Sinne der Malerei verbunden. Sie erhielt in den vergangenen Jahren neue Impulse und hat sich auch wieder vermehrt der Gegenständlichkeit zugewandt.“
Entscheidend für die Präsentation in der HWL-Galerie und Edition ist nicht eine spezielle Richtung oder Schule, sondern der persönliche Stil. Neben der Malerei gehörten von Anfang an zum Profil der Galerie Ausstellungen mit Grafik, Objekten und die Anregung zu einer Künstleredition in kleinster Auflage. Die Kombination Kleinkunst und Werbung bereicherte die Kulturszene. Jetzt schrieb der Galerist die zahlreichen, in den vergangenen 30 Jahren bei ihm ausgestellten Künstlerinnen und Künstler an: „Es gab insgesamt 43 Zusagen für unsere Jubiläumsausstellung.“
Die Verantwortlichen entschieden sich für die sogenannte „Petersburger Hängung“ – sie bezeichnet die üppig behängten Wände in der St. Petersburger Eremitage: „Die Reihenfolge der ausgestellten Kunstwerke richtet sich in der aktuellen Ausstellung nach dem jeweiligen Vornamen des Künstlers oder der Künstlerin und beginnt mit Adam Michnia für A über etwa Chantal Stiller, Frank Koschnik, Lydia Schigimont, Friederike Vahlbruch und endet mit Willy Heyer für W. So entstehen Kontraste und Gegenüberstellungen, die das Motto ‚April, April!’ mit Leben erfüllen“, erklärt Klaus-Peter Pfeifer.
Auch in dem von dem Galeristen zur Jubiläumsausstellung erschienenen umfangreich und anschaulich gestalteten Katalog werden die einzelnen Kunstschaffenden in dieser alphabetischen Reihenfolge vorgestellt. Als Schlussbemerkung im Katalog – in Verbindung mit einem besonderen Dankeschön an das gesamte Team der HWL-Werbeagentur mit Jutta Wenger, Christian Leutiger, Toni Ulrich und Flavio Di Sorbo – wirft der Galerist einen Blick zurück: „30 Jahre in Verbindung zu sein mit der bildenden Kunst in all ihren Facetten, ist eine Herausforderung und ein Gewinn. Die ausgestellten Werke haben mich immer wieder neu inspiriert und begeistert. Höhepunkte sind dabei die Vernissagen mit dem Publikum, das sich über die Kunst austauscht, aber auch Persönliches preisgibt. Der direkte Kontakt zu den Künstlerinnen und Künstlern erschließt oftmals neue Horizonte: Dafür bin ich sehr dankbar“, so Pfeifer.