Plötzlich erspäht Buschmann einen kleinen Schmutzfleck auf der Kofferraumklappe seines „Schützlings“. Er unterbricht augenblicklich seinen Satz und entfernt mit einem Taschentuch den Störenfried. Dann zeigt er das Innere seines Renaults: Die Armaturen sind liebevoll mit Blumen verziert, alles blitzt und blinkt. Dieser Wagen ist sichtlich das Ergebnis harter Arbeit.
Die Zieleinfahrt beginnt früher als geplant und nicht gerade spektakulär: Ein Saab Cabriolet 9.3 aus dem Jahr 1999 kommt als erstes ins Ziel. „Manche Teilnehmern hatten kurz vor Beginn der Rallye einen Defekt an ihrem Wagen. Die wollen wir dann natürlich nicht ausschließen,“ erklärt Rolf Kienen, Präsident des Rhein-Ruhr-Racingteams die überraschende Präsenz des doch recht modernen Autos.

Schmucke Oldtimer bei der 3. Rhein-Ruhr-Rallye
Aber dann geht es richtig los: Ein alter Schatz nach dem anderen erreicht das Ziel. Von Mercedes über Jaguar bis hin zu Porsche - alles ist hier vertreten. Der älteste Teilnehmer ist ein Bentley MK6 aus dem Jahre 1950.
Erst am späten Abend jedoch ist der Sieger ermittelt. Denn es gewinnt nicht einfach der erste, der die schwarz-weiß karierte Flagge hinter sich lässt, sondern derjenige, der die Geschwindigkeitsprüfungen bestand, die auf der Strecke quer durchs Bergische Land lauerten. Dies war in diesem Jahr Ina Kienen mit ihrem Rover Mini, Baujahr 1999 am besten gelungen. Sieger in der Kategorie Oldtimer wurde Hans-Ulrich Fiegel in seiner MG A von 1958.
„Wir spüren schon den Image-Verlust des Rennsports insgesamt,“ bedauert Präsident Rolf Kienen mit Blick auf die spärlichen Zuschauer- und Teilnehmerzahlen: „Früher hatten wir bei solchen Rallyes bis zu 250 Teilnehmer und auch mehr Zuschauer.“ Dabei bekommt man wohl nirgendwo sonst so viele gepflegte Oldtimer zu sehen. Wer einen Ausflug in die Geschichte des Automobils machen möchte, sollte sich die Rallye im nächsten Jahr nicht entgehen lassen.