Diebstahl ist weiter der Spitzenreiter
Kriminalitätsstatistik: Die Hälfte der Verbrechen wird aufgeklärt.
<strong>Rhein-Kreis Neuss. Die Schießerei am Haus Milano, Mord aus Eifersucht in Wevelinghoven oder Hinweise auf einen geplanten Amoklauf an einer Kaarster Schule: Die Polizei im Kreis hat im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun gehabt. 30740 Straftaten wurden 2007 angezeigt. Das sind 19 Fälle weniger als im Vorjahr. Rund die Hälfte der Verbrechen konnte die Ermittler aufklären (49,3 Prozent). Die Quote liegt damit wie in den vergangenen Jahren über dem Landesdurchschnitt.
"Die Zahlen sind insgesamt mit denen der Vorjahre vergleichbar", bilanzierte Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. "Es gibt nichts Auffälliges."
Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist im Rhein-Kreis Neuss geringer als in Düsseldorf. Mit einer Kriminalitätshäufigkeitszahl von 6913 Fällen (Straftaten mal 100 000, geteilt durch die Einwohnerzahl) lebt es sich im Rhein-Kreis sicherer als in Düsseldorf mit 12893 Fällen.
Fast die Hälfte der registrierten Straftaten im Kreis Neuss machen Diebstähle aus. Da ist es nur ein leichter Trost, dass die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 112Strafttaten zurückgegangen ist. Der Wert des Diebesgutes aus 14888 Fällen, so haben es die Statistiker der Kripo errechnet, beläuft sich auf 15,6 Millionen Euro.
Mehr als 30 Prozent aller Straftäter sind jünger als 21Jahre, 257 gelten dabei als Mehrfachtäter. Bewährt habe sich das Intensivtäterkonzept, das 70 junge Straftäter im Visier hat und unter anderem Hausbesuche vorsieht. "Zehn dieser 70 Jugendlichen sind nicht mehr auffällig geworden. Das ist ein Erfolg", bewertet Kriminalrat Dirk Marten das Konzept.
In wichtigen Kriminalitätsbereichen wie Raub (244Fälle) und Straßenkriminalität (10627 Straftaten) sind die Zahlen rückläufig. Zugenommen haben Straftaten mit schwerer Körperverletzung (plus 29 Fälle). Ein leichtes Plus verzeichnete die Polizei auch bei der Drogenkriminalität. 1100 Rauschgiftdelikte (2006: 1091) sind in der Statistik festgehalten. Positiv: Die meisten Fälle konnten die Ermittler aufklären (96,82Prozent).
Weit mehr ärgert es Marten, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche (plus 28) gestiegen ist. "Hier ist der Trend eigentlich ein anderer. Die zentrale Bearbeitung sowie Aufklärung und Prävention haben sich ausgezahlt."
Navigationsgeräte, Radios und Airbags sind nach wie vor teure Extras in Autos, die Diebe locken. Schnelle Fahndungserfolge bei Navi-Geräten - auch landesweit - gehen auch auf die Ermittlungskommission NeNa (Neusser Navigationsgeräte) zurück, freut sich Polizeidirektor Detlef Gernandt.