Bei der Montagsdemonstration in Leipzig ist die halbe Stadt auf den Beinen: rund 300000 Menschen. Es ist der bis dahin größte Protestzug in der Geschichte der DDR.
Auf vielen Transparenten wird Egon Krenz angegriffen und erstmals zeigt auch das DDR-Fernsehen Aufnahmen von der Demo. Die Forderungen: Reisefreiheit und freie Wahlen. In rund 20 weiteren Städten gehen Zehntausende auf die Straße - oft spontan.
Derweil geben Oppositionsgruppen in Ost-Berlin ihre erste große Pressekonferenz. In einer hundertseitigen Dokumentation haben sie die Übergriffe der Sicherheitskräfte bei den Protesten am 7. und 8. Oktober festgehalten.
Es ist eine lange Anklage: brutal zusammengeschlagene Bürgerrechtler, willkürliche Festnahmen. Die Gruppen fordern eine offizielle Untersuchung der DDR-Regierung sowie eine öffentliche Entschuldigung für die Gewaltexzesse.