Anerkennende Worte von Thioune Dafür erntet Fortuna-Kapitän Hoffmann ein dickes Sonderlob

Düsseldorf · Trotz Schulterproblemen stellt sich Andre Hoffmann in den Dienst der Mannschaft.

Innenverteidiger Andre Hoffmann in seinem Element.

Foto: Moritz Mueller

Daniel Thioune machte sich während der Länderspielpause einige Sorgen, gerade das Testspiel bei Heracles Almelo ist dem Fortuna-Trainer nicht wirklich positiv in Erinnerung geblieben. Während des 0:0 beim niederländischen Erstligisten musste der 50-Jährige gleich dreimal verletzungsbedingt auswechseln. Es traf zum einen Vincent Vermeij, der sich einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen hatte, aber auch Karim Affo, der einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel erlitt. Dafür kam zumindest Andre Hoffmann mit einem blauen Auge davon.

Der Kapitän verließ in den Niederlanden aufgrund von Schulterschmerzen vorzeitig den Platz, es war lange unklar, wie es um den 32-Jährigen steht und ob er überhaupt eine ernsthafte Option für den Kader im nächsten Zweitliga-Spiel sein kann. Als Fortuna kurz nach dem Almelo-Testspiel die Ausfälle von Vermeij und Affo verkündete, tauchte Hoffmanns Name in dieser Pressemitteilung nicht auf. Somit gab es beim Innenverteidiger zumindest leichte Entwarnung, ein Einsatz beim 1. FC Kaiserslautern (1:3) schien wieder realistischer zu sein, doch er war am vergangenen Samstagabend allerdings alles andere als selbstverständlich.

Hoffmann biss auf die Zähne, er hatte nahezu keine andere Wahl, weil bei Fortuna mehrere Akteure verletzt sind und Trainer Daniel Thioune auf die Dreierkette setzte. In dieser entschied er sich für Tim Oberdorf, Jamil Siebert und eben jenen Hoffmann, der nach fast einer halben Stunde in Kaiserslautern den nächsten Schock erlebte: Nach einer Flanke des FCK kollidierte der Abwehrspieler mit Fortunas Torwart Florian Kastenmeier, ging zu Boden, fasste sich an die lädierte Schulter und musste behandelt werden – und spielte weiter.

„Er ist wieder auf die Schulter gefallen, die Schmerzen sind groß“, sagte Thioune besorgt, holte dann aber zum großen Sonderlob aus: „Ich habe festgestellt, dass Andre ein Kämpfer ist. Unter normalen Umständen wäre nicht bereit gewesen, um zu spielen.“ Hoffmann verhielt sich aber wie ein wahrer Kapitän und stellte sich in den Dienst der Mannschaft, die ihn auf dem Platz brauchte – auch wenn der Defensivakteur sich für seinen Einsatz beim FCK in den vergangenen Tagen im Sinne des Teams quälte. „Er hat Schmerzmittel eingenommen und ging voran, solange es möglich war“, berichtete Thioune.

84 Minuten lang opferte sich Hoffmann trotz der lädierten Schulter auf, ehe sein Arbeitstag vorzeitig ein Ende fand. „Ich habe ihn dann hinten raus etwas geschont, um ein paar Veränderungen vorzunehmen“, sagte Thioune über den Umstand, als Hoffmann in der Schlussphase durch Deniz Bindemann ersetzt worden ist. Ersetzt werden müssen beim Heimspiel gegen Münster am kommenden Samstag nun zwei weitere Profis: Matthias Zimmermann, der zuletzt im zentralen Mittelfeld aufgelaufen ist und Oberdorf, einer von Hoffmanns Nebenmännern in der Dreierkette.

Angesichts der prekären personellen Situation durch die zahlreichen Ausfälle und beiden Sperren ist ein Fehlen von Hoffmann ohnehin keine Option. „Andre hat überhaupt keine Chance, um sich auszuruhen. Er muss wieder auf dem Platz stehen und davon gehe ich auch aus, dass er das tut“, sagte Thioune in der Hoffnung, dass sein Schützling erneut auf die Zähne beißt – im Sinne des Teams.

(pn/td)