Schilder heißen Besucher willkommen und weisen auf Feste hin

Nach acht Jahren beginnt eine neue Willkommenskultur: Stadt und Verkehrs- und Verschönerungsvereine schließen Projekt ab.

Nettetal. Eine neue Ära der Willkommenskultur hat begonnen: Bürgermeister Christian Wagner und Peter Beyen, Vorsitzender des Hinsbecker Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), legten bei der Montage des ersten Schildes „Herzlich willkommen im Erholungsort Hinsbeck“ mit Hand an, das auf einem Rasengrundstück an der Kreuzung der Landstraße mit der B 509 steht. Sie sind froh, dass ein langwieriges Verfahren einen Abschluss gefunden hat.

Begonnen hatte es eigentlich schon 2008, als der VVV dringenden Erneuerungsbedarf für seine drei Holzschilder sah, mit denen Hinsbeck-Gäste seit 1982 an der Wankumer Straße (Friedhof), an der Grefrather Straße (Büschen) und eben an der Landstraße willkommen geheißen wurden. Nach einem Entwurf von Jakob Lückertz hatte Hermann Timmermanns, der frühere VVV-Vorsitzende, die Fraktur-Buchstaben in Eichenbalken geschnitzt. Eine kleine Dachhaube war sogar mit Kupfer abgedeckt worden.

Gut 25 Jahre hielten die mächtigen Schilder durch, doch dann nagte an ihnen der Zahn der Zeit. Beyen nahm deshalb mit dem VVV in Lobberich und der Stadt Kontakt auf, ob „man nicht gemeinsame Sache machen könne, auch aus finanziellen Gründen“.

Die Stadt griff auf, präsentierte den Vertretern der Nettetaler Verkehrs- und Bürgervereine sowie der Werberinge bald schon erste Entwürfe, die aber wieder von der Bildfläche verschwanden, weil an einem neuen „Corporate Design“ für den Außenauftritt der Stadt gearbeitet wurde. Das nahm Zeit in Anspruch, und so tauchten die Willkommensschilder im neuen Design erst 2013 wieder auf, als die Stadt die Bürger einlud, an einem Stadtentwicklungskonzept mitzuarbeiten.

Je drei Schilder wurden den drei großen Stadtteilen zugestanden, zwei den kleineren. „Weil wir Erholungsort sind, müssten wir eigentlich auch drei haben“, reklamierte Peter Beyen — das wurde Hinsbeck zugestanden, ebenfalls Leuth. Bis die einzelnen Standorte klar waren, bedurfte es vieler Abstimmungen zwischen Stadt, Kreis und dem Landesbetrieb Straßen NRW. Letzterer machte den Leuthern einen Strich durch die Rechnung, an der B 221 und an der B 509 je ein Schild zu platzieren: „Geht nicht“. Für die Straßenbauer existiert Leuth an der B 509 ohnehin nicht.

Auf den Schildern dient jeweils ein Foto eines charakteristischen Gebäudes als Blickfang. Deutlich wird auf den jeweiligen Ortsteil hingewiesen, nur schemenhaft sind die Namen der anderen zu erkennen. Ausgewechselt werden immer wieder Hinweise auf Veranstaltungen im jeweiligen Ort. In Hinsbeck wirbt man schon für den Textilmarkt am 3. Juli und die Herbstkirmes im September. Es kommt in den nächsten Tagen aber auch der Niederrheinradwandertag am 3. Juli noch hinzu.

„Zügig“, so Bürgermeister Wagner, sollen jetzt die weiteren Schilder aufgestellt werden, denn „Ortseingänge sind eine wichtige Komponente für das städtische Erscheinungsbild — jeder ist eine individuelle Visitenkarte für die Stadt“. Der Bauhof hat schon neun Fundamente fertiggestellt, die „weiteren sechs folgen schnell“, sagte dessen Leiter Ronald van Zanten. Jedes Schild kostet knapp 2500 Euro.