Pächtersuche in Willich Die Gaststätte Krücken wird neu gestaltet

Willich · Seit Ende August ist die Gaststätte Krücken im Herzen von Willich geschlossen. Jetzt wird die Kneipe „auf links gedreht“. Gesucht wird zudem ein neuer Pächter, denn im Juni soll die Gaststätte wieder öffnen.

Ein Höhepunkt im neu gestalteten Gastraum wird der Selbstzapftisch neben der Theke.

Foto: Stadt Willich

Die alte Theke ist schon rausgeschafft, die technischen Gastro-Geräte sind sicher verstaut, denn sie sollen wiederverwendet werden, wenn alles fertig ist: Seit zwei Wochen wird im Kneipenbereich der Gaststätte Krücken an der Peterstraße in Willich gearbeitet. Der angestaubte Charme der 70er-Jahre verschwindet Stück für Stück, in vier bis sechs Wochen soll der Innenausbau beginnen – und im Juni soll aus „der alten Kneipe ein modernes Restaurant geworden sein“, sagt Willy Kerbusch, Geschäftsführer der städtischen Grundstücksgesellschaft (GSG), in deren Besitz sich die Traditionsgaststätte samt großem Saal seit rund sechs Jahren befindet. Mehr als eine Million Euro wurde seitdem schon investiert, Toiletten, Außenbereich und der Saal wurden zwischen 2019 und 2022 aufwendig modernisiert. „Jetzt folgt der letzte Baustein“, sagt Kerbusch.

Die Gaststätte Krücken war lange Treffpunkt für die Willicherinnen und Willicher sowie für die Vereine, doch in den vergangenen Jahren war der Wurm drin. Ende August 2024 strich auch der dritte im Verbund mit Brauereien gefundene Pächter die Segel. Kerbusch und die GSG entwickelten daraufhin ein neues Konzept, das jetzt umgesetzt wird. Die meisten bereits im Voraus gebuchten Veranstaltungen im Saal konnten trotz fehlenden Pächters stattfinden, weil das Catering vom Lokal 1625 in Anrath übernommen wurde – ebenfalls ein Projekt der GSG (siehe Info). Eine Karnevalsveranstaltung zog in den Neersener Wahlefeldsaal, so Kerbusch.

Der Gastraum der Gaststätte Krücken soll nach dem Umbau zum Juni als „Restaurant – Gaststätte – Lounge Krücken“ wieder an den Start gehen. Nicht nur optisch, sondern auch funktionell und konzeptionell wird alles erneuert, wenn die jetzige Innenausstattung entfernt sein wird. Ein Höhepunkt werde eine Sitzecke mit Selbstzapftisch. Einen solchen gibt es auch im Anrather 1625 im ehemaligen Gasthof Jean Schmitz, das im August nach ebenfalls umfassender Modernisierung mit neuen Pächtern an den Start ging.

In den vergangenen Jahren gab es mehrere Pächterwechsel, seit August ist die Gaststätte Krücken geschlossen (Archivfoto).

Foto: Norbert Prümen

Gaststätte bleibt
als Wachlokal im Fokus

Zurück zu Krücken: Der an den Gastraum angrenzende kleine Saal wird in den Gastraum integriert, kann aber jederzeit bei Bedarf zum großen Saal „zugeschaltet“ werden, um auch große Veranstaltungen realisieren zu können. „So sind wir viel flexibler“, sagt Kerbusch. „Als Alleinstellungsmerkmal in der Stadt Willich können bei einer Nutzung des großen Saals mit angrenzendem Gastraum bei einer Bestuhlung mit Tischen 156 Plätze, bei einer Reihenbestuhlung bis zu 264 Plätze realisiert werden.“

Dass das Traditionshaus Krücken seit vielen Jahren fester Bestandteil des Willicher Schützenlebens und Wachlokal von einigen Schützenzügen ist, bleibe im Fokus, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt: Im großen Saal ist in der Rückwand der Bühne eine Schießanlage der Schützen integriert.

Die Sanierung 2019 umfasste unter anderem die Komplettsanierung der Küche samt Kühlhaus, des großen Saals inklusive neuem Holzfußboden, einer großen Bühne, Licht- und Tontechnik, Präsentationstechnik, Möblierung, Toilettenanlage und Schaffung einer zusätzlichen barrierefreien Toilette. „Schließlich packte man 2022 die Bestuhlung für die Außengastronomie noch dazu, mehrere große Schirme kamen ans Haus, 2024 wurde ein Fettabscheider installiert, alles prima – allein mit dem Pächter klappte es letztlich nicht wie gewünscht: Ende August letzten Jahres hob die GSG den Pachtvertrag auf“, so die Stadt.

Apropos Pächter: Ein solcher wird jetzt für Krücken gesucht. „Gastronomiebetrieb mit Restaurant, Saal, Außengastronomie und Parkplätzen im Herzen von Willich“, heißt es in der öffentlichen Ausschreibung. „Wir suchen eine erfahrene Pächterfamilie, die Tradition und Moderne miteinander verbindet, und um dem Pächter einen guten Start zu ermöglichen und den Erfolg der Gastronomie zu sichern, ist die Pacht sehr bewusst niedrig angesetzt – für uns stehen eine langfristige Zusammenarbeit und der Erhalt des Saalbetriebs für die Stadt Willich und ihre Bürger klar prioritär im Fokus“, so Kerbusch. „Ab sofort freuen wir uns bei ernsthaftem Interesse über qualifizierte Bewerbungen.“