Kreis Viersen WZ bittet zum Elfmeterschießen

Die Angst des Schützen vor dem Torwart: Wer will gegen den Redaktionsleiter und ehemaligen Aktiven Tobias Klingen antreten?

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Kreis Viersen. Keine Frage: Es gibt sie, die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter. Aber die Erfahrung zeigt, dass die Angst des Schützen vor dem Torwart deutlich größer ist. Und bei der anstehenden Fußball-Europameisterschaft wird das mit Sicherheit wieder zu beobachten sein.

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Wie fühlt sich ein Schütze, der — wie am vergangenen Wochenende Christiano Ronaldo — auf das Tor zumarschiert, um den entscheidenden Strafstoß zu verwandeln? Während der Portugiese das in seiner bewährt genial/egomanischen Art und Weise zelebrierte, gibt es Gegenbeispiele. Etwa, als diverse Bayern-Stars in ihrem „Finale dahoam“ im Jahr 2012 völlig versagten und am Ende Chelsea den Vortritt lassen mussten.

Und das gab es auch zu früheren Zeiten schon. Am 20. Juni 1976 stand die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Endspiel der Europameisterschaft gegen die damalige Tschechoslowakei. Der regulären Spielzeit folgte die Verlängerung ohne Entscheidung. Die musste das Elfmeterschießen bringen. Und dabei jagte der spätere Bayern-Manager Uli Hoeneß den Ball in den Belgrader Nachthimmel — Totalversagen.

Aber natürlich gibt es auch die Positivbeispiele deutscher Mannschaften. Paul Breitner im Finale von München 1974 gegen die Niederlande, Andy Brehme 1990 in Rom gegen Argentinien. Zuvor hatte die Beckenbauer-Truppe im Halbfinale England im Elfmeterschießen aus dem Rennen geworfen. Oder der Sieg im WM-Viertelfinale von 2006, als Torhüter Jens Lehmann zum „Zetteltrick“ griff. Und damit den Schützen Esteban Matías Cambiasso entnervte.

Die Westdeutsche Zeitung lädt ihre Leser ein, einmal unmittelbar nachzuvollziehen, wie schwierig es ist, einen Elfmeter zu verwandeln. Wer will, kann mitschießen. Nächste Woche Mittwoch gibt es die Chance, gegen den Kempener Redaktionsleiter Tobias Klingen anzutreten. Klingen (35), ist gelernter Torwart, hat jahrelang unter anderem beim SV Grefrath gekickt. Er gilt, gerade was die Elfmeter-Schießerei angeht, als „mentales Monster“.

Weil er aber seine Karriere praktisch beendet hat, muss die WZ eine Vorgabe machen. Es sollten sich keine aktiven Fußballer bewerben, die in einer Herrenmannschaft spielen. Geschossen wird am 8. Juni an der Berliner Allee auf dem Kunstrasenplatz von Thomasstadt Kempen. Dessen zweiter Vorsitzender Michael Beenen zeigte sich begeistert von der Aktion und versprach: „Ich werde außer Konkurrenz mitschießen. Ich habe mit Tobias noch eine Rechnung offen.“

Und es gibt auch etwas zu gewinnen: Der Sieger unserer Strafstoß-Aktion bekommt für einen Public-Viewing-Abend mit der Deutschen Nationalmannschaft im Grefrather Eisstadion einen Verzehrgutschein. Den stellt das Grefrather Eisstadion zur Verfügung. Jogis Jungs spielen ihre Vorrunden-Partien am 12. Juni (21 Uhr gegen die Ukraine), 16. Juni (21 Uhr gegen Polen) und am 21. Juni (18 Uhr gegen Nordirland). Wer mitmachen will, schickt eine Mail mit dem Stichwort „Elfmeter“ an:

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