Gericht: Kuss auf Jungenmund deckte Missbrauch in Dormagen auf
Ein 72-Jähriger betreute Arbeitsgruppen einer Grundschule. Nachmittags kam es zu sexuellen Übergriffen. Der Rentner gibt alles zu.
Dormagen/Düsseldorf. Er soll einen neunjährigen Jungen auf dem Schulhof einer Dormagener Grundschule mitten auf den Mund geküsst haben. Eine folgenschwere Tat: Dadurch kam der angebliche mehrfache sexuelle Missbrauch eines 72-jährigen Mannes an insgesamt drei Jungen ans Licht.
Seit Donnerstag muss sich der Rentner vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Als ehrenamtlicher Leiter von drei verschiedenen Arbeitsgruppen soll er die Dritt- und Viertklässler im Mehrzweckraum der Schule unsittlich berührt haben. Insgesamt legt ihm die Anklage zehn Fälle zur Last.
Das Gericht hatte zu Beginn angekündigt, dass der Ex-Chemiker mit maximal zwei Jahren Haft auf Bewährung rechnen könne - wenn er ein umfangreiches Geständnis ablege. "Und damit auch den Jungen eine unangenehme Aussage vor Gericht erspart", betonte der Vorsitzende Richter Werner Arendes.
Das Urteil soll am 13. März verkündet werden.