Musik über die Zeiten hinweg
Kammerakademie: Lena Neudauer glänzte im Zeughaus mit Schumanns Violinkonzert d-Moll.
Neuss. Sie wird auf der ganzen Welt in höchsten Tönen gelobt und bereits als zweite Anne-Sophie Mutter gehandelt: die 1984in München geborene Lena Neudauer. Der Geigerin eilt ein derart hervorragender Ruf voraus, dass der Hörer Erwartungen an ein Konzert stellt, die eigentlich nur enttäuscht werden können. Beim Konzert der Kammerakademie im Zeughaus übernahm Lena Neudauer den Solopart in Robert Schumanns Violinkonzert d-Moll. Die Geigerin spielte souverän und sensibel, doch von Anne-Sophie Mutter hat sie recht wenig.
Verzichtet man auf Vergleiche und vergisst die Superlative, mit denen das Spiel der jungen Geigerin allenthalben gelobt wird, hat man eine sehr begabte und inspirierte Musikerin vor sich. Ansonsten müsste der Besucher zu dem etwas ungerechten und das eigene Konzerterlebnis beeinträchtigenden Schluss kommen, dass sie mit der geigerischen Weltelite noch nicht ernsthaft konkurrieren kann.