Neusser Bier - frisch gebraut
Gasthaus "Im Dom" eröffnet am Freitag wieder.
Neuss. Das einzige und erste Brauhaus von Neuss feiert am Freitag Wiedereröffnung. Als Traditionshaus mit mehr als 400-jähriger Geschichte wird "Im Dom" bald wieder selbst gebrautes Bier durch die Leitungen fließen lassen. "Wir werden drei Biersorten anbieten: Doms Alt, Doms Weizen und das Neusser Domgold", zählt der Betriebsleiter Michael Betz auf. Der Schwabe, der von der Inhaberfamilie Wiertz aus dem fernen Husum nach Neuss geholt wurde, ist besonders stolz auf das Domgold. "Ein helles, obergäriges Bier, rund und harmonisch, mit einer milden Pilsnote, ein leichtes Landbier", beschreibt er das Bier.
Noch ist die Brauanlage nicht aufgebaut, aber sie soll bald ihren Platz im Brauhof finden. Dort soll im Sommer ein Biergarten im wahrsten Sinne des Wortes entstehen. Die sechs Räume des weitläufigen Hauses reichen über etliche Zwischenstockwerke, Treppen und Aufgänge bis ins so genannte Storchennest, einen urigen Raum, der den Blick über die Dächer der Stadt erlaubt.
Bis zu 26000 Liter Bier können im Keller aus dem Jahre 1601 eingelagert werden. Dabei sollen je nach Anlass auch spezielle Sude aufgesetzt werden, die beispielsweise den Namen des aktuellen Schützenkönigszuges tragen. Seit 1972 wurde "Im Dom" kein Bier mehr gebraut, doch wer in die heimeligen Gasträume kommt, kann kaum glauben, dass 30 Jahre vergangen sind. "Wir suchen noch Erinnerungsstücke", ruft Mitinhaber Klaus Wiertz die Gäste von damals auf.