Karneval in Düsseldorf Making of Bibo
Düsseldorf · Das Interesse an ihren Eigenkreationen zu Karneval war immer schon groß. Diesmal ließ Nina Fedderke Familie, Freunde und Kunden an der Entstehung teilhaben. Unsere Autorin durfte schon vor der Präsentation des fertigen Kostüms einen Blick in ihr Atelier werfen.
Kreativität gehört zum beruflichen Alltag von Nina Fedderke aus Vennhausen. Die Produktdesignerin entwirft und fertigt Hundeleinen und -halsbänder sowie Gürtel oder Schlüsselanhänger aus Leder. Zudem hat sie verschiedene Hundebetten und -spielzeuge designed, die sie produzieren lässt.
Auch privat hat sie schon immer gerne genäht, gebastelt und gewerkelt – stets mit dem Ziel, das Praktische mit dem Schönen zu verbinden: „Das fing mit der Geburt unseres ersten Sohnes an,“ erinnert sich die 50-jährige, „vieles von dem, was es zu kaufen gab, gefiel mir nicht oder entsprach nicht meinen Erwartungen.“ Also griff sie selbst zu Papier und Stift und entwarf Kleidung für ihre drei Söhne – individuell und bedarfsorientiert.
Ihr Talent weitete sie im Laufe der Jahre nicht nur auf neue Materialien wie Leder oder Plüsch aus, sondern entdeckte auch die Zielgruppe Hund. „Wir haben einen Irish Terrier, und auch für ihn war ich oft mit der Qualität der auf dem Markt angebotenen Produkte nicht zufrieden,“ so die Unternehmerin.
Dass sie auch ihre Karnevalskostüme entwirft und eigenhändig schneidert, war da nur die logische Folge. Vor der Corona-Pandemie ist sie als Lampenschirm gegangen – ein Traum in Grün und Gold. Dieses Jahr wird sie als Bibo – der große gelbe Vogel aus der Sesamstraße – Karneval feiern.
Nachts kommen der Unternehmerin die Einfälle
Die Ideen für ihre kreativen Werke kommen ihr oft nachts und werden tagsüber weitergesponnen. Und dann ist sie erstmal viel unterwegs: „Klar, einiges an Inspiration finde ich in Stoffläden, aber auch im Baumarkt, Möbelladen oder Sanitätsfachgeschäft suche ich nach den passenden Materialien,“ verrät sie. Die Füße von Bibo etwa sind aus Schaumstoff und zunächst hatte sie versucht, diese mit Heißdraht zu schneiden – erfolglos. Also griff sie zum Cutter-Messer und verbrauchte gut zehn Klingen, bis die „Krallen“ die exakte Form hatten. Sie trug die wasserbasierte, orange Sprühfarbe auf und präsentierte das „Making of“ als ersten Tipp an ihre Follower bei Instagram und Facebook. „Was werde ich zu Karneval?“ war die Frage, die sie damit verband.
Die kreative Geschäftsfrau lobte für diejenigen, die auf das richtige Ergebnis kamen, Rabattcodes aus für ihren Online-Shop von Feddiwerk und war beeindruckt von der Resonanz: „Das Interesse war riesig und allen hat das kleine Ratespiel viel Spaß gemacht.“
Die mehr als 2000 losen Federn bildeten den nächsten Tipp. Diese hat sie online bestellt und zunächst in Tüll und dann in Bahnen um die Unterkonstruktion des Körpers vernäht. „Das ist wie ein Skelett aus Metallringen, das ich an einer Puppe drapiert und dann mit kleinen Stoffstreifen fixiert habe – maßgeschneidert eben,“ beschreibt sie das Procedere.
Das gelbe Federkleid findet sich ebenfalls in der Kopfbedeckung, auf der auch die Styroporaugen befestigt sind, wieder. Hier hat die gebürtige Düsseldorferin, die am Ellerforst aufgewachsen ist – ihre Großeltern und Eltern haben die Firma Walgenbach an der Gumbertstraße geführt, heute sind ihr Mann und ihr Bruder dort die Geschäftsführer – lange suchen müssen, um das optimale Material zu finden. „Das ist nun das gummiartige Netz, was man als Rutschschutz in Schubladen legen kann,“ erklärt sie. Zunächst hat sie es zusammengenäht, mit einem Heißfön in Form gebracht und die in Stoff vernähten Federn aufgesetzt. Der gelbe Schnabel ist aus einem fluffigem Knetschaum geformt und angemalt. „Das ist alles ganz schön warm,“ freut sich die feierfreudige Düsseldorferin, die das Kostüm mit Leggings komplettiert an die sie wattierte, pinke Stoffringe genäht hat und dann parat ist für „Möhnen meet Prinzen“ in den Rheinterrassen. Schon seit Jahren geht sie traditionell mit Freundinnen hin, und wird mit ihrem Bibo-Kostüm bestimmt den Vogel abschießen.
Insgesamt hat sie gut 30 Stunden für das Kostüm gebraucht, aber die „Arbeit“ macht ihr viel Vergnügen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. In diesem Sinne: Bibo Helau!