Untersuchung für Kempen Kaum freie Flächen für Solar auf dem Land

Kempen · Im Kempener Stadtgebiet gibt es kaum geeignete Flächen für so genannte Freiflächensolarenergieanlagen.

PV-Anlagen auf freiem Feld sieht man bundesweit etwa entlang von Autobahnen oder Bahnstrecken.

Foto: Kandzorra, Christian

Größere Solaranlagen, wie es sie bundesweit beispielsweise entlang von Eisenbahnstrecken oder Autobahnen gibt, wird es im Stadtgebiet von Kempen kaum geben können. Auch wenn so genannte Freiflächensolarenergieanlagen ein Bestandteil des vom Stadtrat 2022 verabschiedeten integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Kempen sind, gibt es auf Kempener Stadtgebiet kaum geeignete Flächen zur Produktion von Strom aus Sonnenlicht. Das ergibt sich aus einer Untersuchung, die die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Klimaschutzausschusses der Politik und der Öffentlichkeit vorstellte.

Bekanntlich wollen die Stadtwerke Kempen seit einigen Jahren auf einer Ackerfläche zwischen Bahnstrecke, Kempener Außenring, Krefelder Weg und Gut Heimendahl eine Solarthermie-Anlage zu bauen. Konkrete Planungen dazu gibt es noch nicht, auch ein potenzieller Investor ist noch nicht bekannt. Der soll nach den Vorstellungen der Stadtwerke eine solche Anlage errichten und den damit gewonnenen Solarstrom an die Stadtwerke verkaufen.

Die Politik in Kempen war darüber hinaus schon länger daran interessiert zu erfahren, ob und gegebenenfalls wo es im Stadtgebiet möglicherweise weitere geeignete Flächen für solche Anlagen gibt. Mit einer eigenen Untersuchung hat die Stadt nun ein so genanntes Potenzialflächenkataster für erneuerbare Energien erarbeitet. Die Ergebnisse basieren unter anderem auf allgemeinen Bestimmungen von Planungs- und Baurecht, beziehen die Regelungen im Landesentwicklungsplan NRW und im Regionalplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf, zu dem Kempen gehört, ein.

Der rechtliche Rahmen ist demnach relativ weit gefasst. Allerdings werden Standorte entlang von Eisenbahnstrecken oder Autobahnen als bevorzugt ausgewiesen. Die Korridore entlang von Bahn und Autobahn sind im Kempener Stadtgebiet indes begrenzt. Wertvolle Ackerflächen – von denen es in Kempen bekanntlich besonders viele gibt – könnten allenfalls mit speziellen Freiflächensolarenergieanlagen (Stichwort: Agri-PV) bebaut werden. Mit solchen Anlagen können die Solarstromgewinnung und die landwirtschaftliche Nutzung kombiniert werden. Solche Verfahren gelten aber als teuer.

Konkrete Schritte müssen aktuell nicht eingeleitet werden. Sollte es Interessenten geben, die derartige Anlagen auf Kempener Stadtgebiet errichten wollen, müsste der einzelne Fall unter Berücksichtigung der entsprechenden planungsrechtlichen Rahmenbedingungen geprüft und bewertet werden, so die Stadt in ihrer Untersuchung. Zuständig ist das Amt für Planung, Bauordnung und Denkmalschutz.