Meerbusch: Eine Richtschnur für Energiesparer
Energiepass: Ab 1. Januar 2008 soll mit dem Energieausweis mehr Transparenz für Käufer und Mieter erreicht werden.
Meerbusch. Energiesparen wird groß geschrieben - bei Hausbesitzern und Mietern gleichermaßen. Dabei gerät auch der Energiepass fürs Haus in den Fokus. Ein Ziel dieses Instruments: Der Energieausweis schafft Transparenz für Käufer und Mieter.
Pflicht ist er nicht: Wer sein Haus nicht verkaufen oder vermieten will, der benötigt auch keinen Energieausweis. "Der Energieausweis auf der Grundlage des Energieverbrauchs ist eine Erfindung der Wohnungsbauwirtschaft", schränkt der Lanker Albrecht Kraft, Experte der Energieagentur NRW, allerdings ein. "Der sagt gar nichts aus, weil er keinerlei Rückschlüsse auf das Haus und seine Konstruktion zulässt."
Und genau darum gehe es sinnvollerweise. Experten haben den potenziellen Wärmeverlust eines Gebäudes errechnet: Acht bis 25 Prozent der Heizenergie gehen über das Dach, zehn bis 30 Prozent durch die Heizung selbst, fünf bis 25 Prozent durch die Fenster, ein bis acht Prozent durch die Kellerdecke und 20 bis 45 Prozent durch die Wand verloren.
Will ein Hausbesitzer also Energie sparen, hat er eine Richtschnur, an der er ansetzen kann. Eine professionelle Außendämmung sei sinnvoll und hilfreich. Statt sechs oder zehn sollte die Dämmung nach Möglichkeit 14 Zentimeter dick sein. "Wenn Sie es können, tun Sie es", empfiehlt Kraft ratsuchenden Kunden. "Das ist kaum teurer, aber sehr effektiv."
Auch die Erneuerung eines alten Heizkessels in Kombination mit einer technisch neuen Raumregelung kann sehr effektiv sein. 8000 Euro im Jahr und eine 30-prozentige Einsparung des Energieverlustes errechnet der Experte der Energieagentur NRW. "Für das Geld bekommen sie keine Außendämmung", meint der Lanker, der sich selbst als "Frontmensch" bezeichnet. "Aber es ist besser als nichts zu tun."
Ebenda, nämlich an der Front - in den Häusern und bei den Hausbesitzern - , hat Kraft auch gesehen, wovon er dringend abrät: "Wer sich zur Dämmung der Kellerdecke Styropor ins Haus holt, unterschreibt sein eigenes Todesurteil!" Im Feuerfall würden Ruß und Gase Leben gefährden. Expertenrat ist beim energiesparenden Umbau der Gebäude unverzichtbar, Eigenleistung aber nicht unmöglich. "Allerdings sollte man die adäquate Baustoffklasse und auf gar keinen Fall brennbares Material wählen", appelliert Albrecht Kraft an die Heimwerker.
Kraft weiß Rat, wenn Hausbesitzer hilflos sind. Der "Gebäudecheck Energie" des Landes wird für 25 Euro angeboten. Das Ergebnis schone die Umwelt, den eigenen Geldbeutel und steigere die Vermarktbarkeit des Hauses. "Ein paar Bierchen trinken zu gehen und eine Frikadelle zu essen, kostet auch so viel", wirbt Kraft für die Energieprüfung. "Man bekommt eine Grobdiagnose, damit man weiß, wohin die Reise des Hauses gehen kann."
Eine Einschränkung gilt für das günstige Angebot des Landes: Das Haus darf nicht mehr als sechs Wohneinheiten haben und muss vor 1980 gebaut worden sein.