Tarifstreit: Demonstration in Neuss

Kundgebung: 3000 Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes demonstrieren für ihre Forderung im Tarifstreit.

Neuss. Ohrenbetäubendes Pfeifkonzert, gemischt mit dem schrillen Klang der Tröten, ein Meer von Fahnen und deutliche Sprüche: Etwa 3000 Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes, so die Schätzungen von Veranstaltern und Polizei, machten am Dienstag auf dem Markt ihrem Unmut über das Arbeitgeberangebot im laufenden Tarifstreit Luft.

8 Prozent mehr Lohn und Gehalt fordern die Gewerkschaften, 5 Prozent haben die öffentlichen Arbeitgeber geboten - auf zwei Jahre verteilt, bei einer Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit.

"Das geht so nicht", ruft Streikleiter Wilfried Derendorf, Personalsratsvorsitzender in der Neusser Stadtverwaltung, den Teilnehmern der Kundgebung zu, und die antworten mit einem erneuten Pfeifkonzert.

Neuss war neben Dortmund Schauplatz einer der beiden zentralen Kundgebungen am Dienstag in NRW. Zu Warnstreiks und Kundgebung aufgerufen hat die Komba-Gewerkschaft und ihr Dachverband, die dbb. Auch vom Niederrhein und Mittelrhein, aus Mönchengladbach, Aachen und Viersen sind Teilnehmer angereist: Erzieherinnen und Straßenwärter, Feuerwehrleute, Verwaltungsmitarbeiter.

Auch in Neuss sind weitere Aktionen geplant. Noch in dieser Woche, so erklärt Wilfried Derendorf, werde es Warnstreiks auch in Kindertagesstätten und Versorgungsbetrieben geben. Später präzisiert der Neusser Komba-Chef Reiner Dankelmann: Am Donnerstag, werden die in der Komba organisierten Erzieherinnen ab 14.30 Uhr ihre Arbeit niederlegen. Es werde aber keine Kita geschlossen.

Im Rathaus übrigens hat man die Tarifrunde 2008 mit "null" eingeplant. Ob 5 oder 8 Prozent: In dem noch nicht vom Rat verabschiedeten Haushaltsentwurf sind überhaupt keine linearen Lohn- und Gehaltssteigerungen vorgesehen. Wegen des Konsolidierungskurses der Stadt, so drückt es Kämmerei-Leiter Günter Hall aus, müssten Gehaltssteigerungen "durch andere personalwirtschaftliche Maßnahmen ausgeglichen werden".