Künstler aus Netz gezogen

Bluesfestival: Stargäste aus den USA, aus England und Deutschland sind von Jochen Contzen und Klaus Haselhoff für den 21. April verpflichtet worden.

Willich. "Das Blues-Festival steht!" Jochen Contzen ist erleichtert. Schließlich sind es nur noch drei Monate bis zum großen Ereignis, das alle zwei Jahre die Blues-Freunde des Niederrheins nach Willich pilgern lässt.

Contzen hat sich musikalisch dieser Stilrichtung verschrieben, sorgt jedes Jahr als Jake Blues dafür, dass im November der Kaisersaal Schiffers bebt. Mit Klaus Haselhoff macht er die selbe Bühne zur Plattform für andere. TM Stevens war es vor zwei Jahren, und auch Louisiana Red, einer der großen alten Männer des Delta-Blues, eine Legende, die viele beeindruckte, auch wenn er bereits von einem Schlaganfall gezeichnet war. "Das ist Leben, das gehört zum Blues", hatte sich Contzen damals bei dem Engagement gedacht und die Zuschauer sahen das genau so.

Die Informationen zu den für dieses Jahr verpflichteten Künstlern "habe ich janz wild aus’m Netz jezogen", sagt Contzen und verteilt ein paar Zettel. Der erste: Sidney "Guitar Crusher" Selby, "der Typ is 73 Jahre". Ihn hat er in der Kategorie "schwarz und alt ist immer gut" ausgesucht. So stellt er die Wahl zunächst in typisch flapsiger Art dar.

Tatsächlich hat Contzen das Bild des Künstlers seit Jahren an seiner Pinnwand hängen. Aus einer Zeit, da seine verstorbene erste Ehefrau noch lebte: "Den wollte ich schon mal mit Simone holen." Als dann ein Hinweis auf den Künstler in der "Blues News" auftauchte, war die Entscheidung gefallen. Trotz seines Alters werden ihm Energien wie die von drei 20-Jährigen zugeschrieben.

Der zweite: Danny Bryant’s Redeye Band, kommt aus England. "Da jeht die Post ab", ist sich Contzen sicher. Klaus Haselhoff hat sich für sie entschieden. Als er im vergangenen Jahr auf dem Bluesfestival in Roermond eine Gruppe hörte, die ihm ins Konzept zu passen schien, hatte die keine Zeit, aber der Manager verwies ihn auf Danny Bryant. Haselhoffs Urteil: "toller gitarrenlastiger Blues, der spielt eine irrsinns Gitarre und singt sehr schön."

Der dritte: Hot N’Nasty, eine Band aus dem Pott, genauer aus Dortmund, eine Entdeckung Haselhoffs bei einem Kneipenbesuch vor eineinhalb Jahren.