Jugendinitiative Meerbusch: Pappkarton - Ein neuer Anlauf mit den Alten
Die Jugendinitiative Meerbusch sucht Schwung und engagierte Mitglieder.
<strong>Strümp. Es gibt zwei Nachrichten: Jim lebt, und Jims Heimat, der Pappkarton, ist rauchfrei. Seit Sonntag, 1. Juli, darf in den Räumen der Jugendinitiative Meerbusch (Jim) am Fouesnantplatz kein Glimmstängel mehr glühen. Für ein Freizeitzentrum ist das eine harte Nuss, die es zu knacken gilt, denn an der Theke oder in der Ecke zusammenzusitzen und zu rauchen, ist in Strümp ebenso beliebt wie in anderen Freizeiteinrichtungen für Jugendliche. Davon zeugen nicht nur die Brandspuren in den Toilettenräumen und auf dem Kicker. Jim-Beisitzer Armin Behrendt findet die Entscheidung trotzdem richtig: "Das Rauchverbot kommt sowieso, warum sollten wir die Umsetzung also verschieben?"
Die Verbannung der Aschenbecher symbolisiert einen massiven inneren Umbau: Am 17. Juni wurde ein neuer Vorstand gewählt. Das ist als Verfahren im Jahres- oder Zweijahres-Rhythmus üblich, diesmal im Ergebnis allerdings ungewöhnlich: Mit Stephan Ippers und Holger Losse entstammen der neue Vorsitzende und der Kassierer der Gründergeneration von Jim.
Es ist offenbar der Versuch, eine Negativentwicklung in den Griff zu bekommen, die im vergangenen Jahr begann.
Doch die Strukturen hielten nicht, nachdem Ella Lourenco im November 2006 den Pappkarton verließ. Der Mädchenstammtisch schlief ein, der Vorstand wurschtelte vor sich hin. Die aktuelle Situation ist wenig ermutigend: Statt 20 wie früher, finden heute vielleicht noch sieben Jugendliche in das Flachgebäude Fouesnantplatz.
Die Suche nach einem neuen Sozialarbeiter war bisher ohne Erfolg. "Wir hatten etwa 50 Bewerbungen erhalten und zehn Vorstellungstermine vereinbart, aber die Leute sind nicht gekommen", sagt Behrendt. Er und seine Kollegen hätten auf dem Parkplatz und an der Straße Ausschau gehalten, weil sie glaubten, die Kandidaten würden das versteckt gelegene Jugendzentrum nicht finden. Doch da war niemand.
Jetzt, mit dem neuen Vorstand, soll alles wieder in Fluss kommen, sollen die Jim-Mitglieder ("knapp 50, 60 Leute") neu motiviert und ein kleiner Veranstaltungskalender aufgelegt werden. "Wir planen ein Konzert mit drei Bands", deutet Behrendt das Programm für eine große Auferstehungsparty an.
Die Alten und Erfahrenen, Ippers und Losse, sollen das basisdemokratische Jugendselbstverwaltungsmodell retten. Das ist kein schlechter, vielleicht auch der beste Schachzug momentan. "Dann können wir Jungen im Vorstand uns langsam einarbeiten", sagt der 17-jährige Armin Behrendt.