Meerbusch: Lotumer Buretheater - Geschichts-Lücken geschlossen

Vor 25 Jahren begann das Laienensemble im Saal Rademacher.

Lank-Latum. 25 Jahre Lotumer Buretheater - da muss auch Karl Schmalbach tief durchatmen. "Diese Vielfalt an Stoffen, der ganze Kostümaufwand, das ist rückblickend schon enorm", erinnert sich der Autor und Regisseur. Was 1982 im damals schon mit 280 Zuschauern bestens gefüllten Saal Rademacher mit der Adaption des Stückes "Der Vetter aus Dallas" begann, genießt heute weit über die Grenzen von Lank und Latum hinaus Kultstatus.

Ob "Opa hört nix" (1985), "De Ahl Schruv" (1991) oder "Hoppe Hoppe Reiter" (1997) - Kassenschlager waren die Aufführungen unter der Regie von Schmalbach eigentlich alle. Und das keineswegs nur am Niederrhein, sondern sogar in Norddeutschland oder Belgien. Hier und da schimmerte immer mal durch, dass es sich auf der Bühne um Laien und eben nicht um ausgebildete Schauspieler handelt. Doch das macht den Charme des Theaters erst aus und erhöht letztlich den Identifikationseffekt zwischen Zuschauer und Darsteller.

Ein großes Wiedersehen mit aktuellen und ehemaligen Schauspielern gab es jüngst in der Alten Weinschänke. Über 80 Akteure vor und hinter der Bühne hatten sich viel zu erzählen, "und plötzlich war es Mitternacht", wundert sich Schmalbach. Für den Abend hatte Friedhelm Engels einen Videofilm erstellt, in dem er Filmschnipsel aus zweieinhalb Jahrzehnten Bühnengeschichte zusammengeschnitten hat. "War mir ein bisschen zu hektisch, den anderen hat’s aber gefallen", schmunzelt der Gründungsvater.

Überhaupt habe sich Engels im Verlauf der Zeit zu Schmalbachs Lieblings-Schauspieler entwickelt: "Obwohl das anfangs gar nicht danach aussah." Nach der ersten Probe habe der Neuling den Chef gefragt, wie er denn gewesen sei. "Die Frage allein schon. Ich habe ihm geantwortet, er habe auf mich gewirkt wie ein nasser Sack." Voller Selbstzweifel sei Engels beleidigt abgedackelt, nach einer offenbar reinigenden Flasche Schnaps aber wiedergekommen - und geblieben.

Karl Schmalbach wird am 18. Januar 1928 in Lank-Latum geboren

Kriegseinsatz und Gefangenschaft mit 17 Jahren

Ausbildung zum Technischen Zeichner, Maler im elterlichen Betrieb, Meisterprüfung

Selbstständigkeit mit der Entwicklung von Werbemitteln im Farbhandel

Kirchenchor, mit "Der Bürgermeister von Lankum" das erste eigene Bühnenwerk (1955)

Wiedereröffnung der Teloy-Mühle (1981), Schmalbach begeistert mit einer glossierten Rede über Alltägliches in Mundart

Gründungsversammlung des Lotumer Buretheaters am 12. Juli 1982

Geburt des "linksrheinischen Volkstheaters" mit der Premiere von "Der Vetter aus Dallas"

Mahnke-Verlag nimmt Stücke von Schmalbach 1992 in sein Angebot auf

Auszeichnungen: Verdienstplakette der Stadt Meerbusch (1991), Jakobsleiter des Heimatkreises Lank (1992), Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland (1998)