Meerbusch: Ökoprofit - Umweltschutz zahlt sich aus

Die Stadt Meerbusch will Firmen motivieren, ihre Energiebilanz zu verbessern. Doch das Interesse an dem Förderprogramm ist bislang gering.

Meerbusch. Wie lässt sich in einem Betrieb Energie und damit bares Geld einsparen? Antworten und sogar ein Umwelt-Zertifikat zur Imagesteigerung können Firmen in Meerbusch jetzt von einem professionellen Energieberater bekommen, wenn sie am Projekt "Ökoprofit" teilnehmen. Damit die Stadt entsprechendes Fördergeld beim Land loseisen kann, müssen allerdings mindestens zehn Firmen teilnehmen. Doch genau daran hapert es momentan noch: Erst fünf Unternehmen haben grünes Licht gegeben.

"Jeder hat in seinem Betrieb erstmal sein Kerngeschäft im Kopf", gibt Umwelt-Fachbereichsleiter Heiko Bechert eine vielfach geäußerte Reaktion der bislang kontaktierten kleineren und mittleren Unternehmer weiter: Das Interesse sei vorhanden, die Zeit jedoch nicht. Bei den großen Unternehmen, die von Wirtschaftsförderer Klaus F. Malinka betreut werden, kämen häufig andere Argumente. Bechert: "Die sagen, wir sind schon auf dem optimalen Stand." Professionelle Berater könnten aber womöglich auch dort noch Einsparpotenziale entdecken. Beispielsweise Bewegungsmelder für die Beleuchtung auf Toiletten, damit dort nicht den ganzen Tag das Licht brennt.

Das größte Potenzial sehen Bechert und seine Kollegin Dana Frey bei Altenheimen, Gärtnereien und Bäckereien. "Unsere größte Chance ist, wenn sich hierbei bestimmte Branchen herauskristallisieren", glaubt Bechert. Bäcker unter sich beispielsweise könnten sich womöglich bessere Ratschläge geben als fremde Zünfte. In jedem Fall könne durch umweltfreundliches Verhalten Geld eingespart und womöglich sogar später mehr verdient werden: "Jeder, der mitmacht, hat gegenüber anderen, die nicht mitmachen, einen Wettbewerbsvorteil." Das Projekt sei eine Hilfe zur Selbsthilfe: "Das ist eine Chance für Betriebe."

Und die Kosten für die Teilnahme hätten sich laut Dana Frey schnell amortisiert. "Bei vielen hat sich die Investition schon nach einem Jahr ausgezahlt." In Münster beispielsweise laufe das Projekt deshalb sehr erfolgreich. Dort gibt es mittlerweile den fünften Durchgang - mit mittlerweile über 50 Teilnehmern.