Osterath: Klön im Schatten des Steigerturms

Das Rezept ist simpel: Getränke, Grill, Kuchen – die Feuerwehr kümmert sich um alles. Und das ganze Dorf kommt und feiert mit ihr.

Osterath. Die Feierlichkeiten des Löschzugs Osterath lockten am Samstag etwa 500 Besucher auf das Gelände am Feuerwehrgerätehaus an der Hochstraße. Kein Wunder, denn nicht nur das Wetter spielt mit, sondern die Feuerwehrleute haben in zweimonatiger Vorbereitung ein umfangreiches Programm zusammengestellt: Mit Kaltgetränken, Kaffee, Kuchen und Gegrilltem ist nicht nur für die Verpflegung gesorgt, sondern die Feuerwehr gewährt vor allem einen Einblick in ihre Arbeit und zeigt beispielsweise, welche Werkzeuge in ihren Einsatzwagen stecken.

"Wir möchten den Menschen zeigen, welche Aufgaben wir in Osterath wahrnehmen und ihnen Gelegenheit bieten, mit uns ins Gespräch zu kommen", betont Brandinspektor Heinz-Peter Borgs.

Schon am frühen Abend zerlegt Hauptbrandmeister Peter Platen mit Spreitzer und Schere einen Kleinwagen - eine Schauübung zur technischen Hilfeleistung, der Aufgabenschwerpunkt des Löschzugs Osterath.

Nach Einbruch der Dunkelheit steht Stadtbrandinspektor Norbert Lange im Mittelpunkt. Er demonstriert anschaulich, was zu tun - und vor allem zu lassen! - ist, wenn es in der Küche zu einem Fettbrand kommt. Lange erstickt die Flammen eines mit entzündetem Fett gefüllten Kochtopfes, indem er dessen Deckel verschließt und den Herd abschaltet. Die Gefahr ist gebannt.

Entsetzt sehen die Besucher, was passiert, nachdem Lange Wasser in den brennenden Topf schüttet: Eine mehrere Meter hohe, pilzförmige Stichflamme erhellt die Gesichter in der Menge, eine dicke Rußwolke zieht über den Köpfen hinweg.

Dem Schreck folgt das Vergnügen: Gegen halb elf beginnt das Steigern. Unterbrandmeister Matthias Nakaten dirigiert seine mit Hakenleitern ausgerüstete achtköpfige Einheit bis auf die dritte Etage des Turms. Auch wenn diese Leitern heute im Einsatz nicht mehr gebraucht werden, wie Borgs sagt: Der Löschzug Osterath integriert die Übung immer noch in sein Trainingsprogramm.

Nach der Ankunft der Kletterer auf der Spitze des 16 Meter hohen Turms, in dem früher nach dem Einsatz die Wasserschläuche zum Trocknen aufgehängt wurden, erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt. Bunte Feuerwerkskörper schießen vom Boden, vom Dach und aus dem Gebäude in den Osterather Nachthimmel.

Heinz-Peter Borgs ist zufrieden mit dem Ablauf des Abends: "Das Fest konnte nur deshalb ein Erfolg werden, weil jeder von uns mitgezogen hat. Dabei spielen diejenigen, die die Getränke ausschenken, eine genauso wichtige Rolle wie die, die die Schauübungen vorführen."