Jungautorin: Talent von der Oma geerbt
Die zwölfjährige Bianca Grünberg hat mit Erfolg am Wettbewerb der „Schreibtalente“ teilgenommen.
Büderich. Bianca Grünberg gehörte zu den Auserwählten, deren Beitrag zu dem kreisweiten Jugend-Literaturwettbewerb "Schreibtalente" Einzug in das Buch fand, das aus diesem Anlass vom Patmos-Verlag veröffentlicht wurde. Doch während die Mehrzahl der jungen Teilnehmer sich für eine Kurzgeschichte entschieden hatte, wählte die Zwölfjährige ein Gedicht, um ihrer kreativen Energie freien Lauf zu lassen.
Für Bianca Grünberg ist diese Ausdrucksform etwas fast schon Selbstverständliches, übte sich doch schon die Großmutter an Reim und Versmaß. "Auch meine Mutter dichtet. Mehr so für Familienfeste, jetzt hat sie wieder etwas für den Geburtstag des Opas geschrieben. Kommt immer sehr gut an", sagt die Gesamtschülern bestimmt.
Prosa liege ihr nicht so, dem Paarreim fühle sie sich dagegen sehr verbunden:
Das Laub schwebend von den Bäumen fällt, der Igel in seiner Höhle einen Winterschlaf hält.
Der Herbst, er bringt uns Regenwetter.
Durch die Luft tanzen fröhlich die bunten Blätter.
Der Herbst war das Thema ihres Wettbewerb-Beitrags, der viele weitere schöne Strophen in dieser Art enthält. Auch das von der Jury vorgegebene Motto hat die Siebtklässlerin eingebaut: Jeder Buchstabe des Hauptmotivs "Blitzlichter" taucht als "Signalwort" in einer der Zeilen auf. Für das "c" fand sich ebenfalls ein passender Vers:
Die Chrysantheme blüht noch in leuchtenden Farben,
aber bald werden wir Winter haben.
Bianca Grünberg hat Spaß am Dichten, auch und gerade in der Schule, wenn es etwa darum geht, freche Reime zu den Vornamen ihrer Mitschüler zu bilden. Auch der freie Vortrag fällt ihr nicht schwer: "Ich habe in der Schule Darstellen und Gestalten, da bin ich es gewohnt, auf der Bühne zu stehen."
Und wie geht sie vor? "Ich habe immer erst den ganzen Satz im Kopf, spalte ihn dann auf und überlege mir, welche Reime dazu Sinn machen." Mit drei Freundinnen, die sich an Kurzgeschichten versucht haben, hat sich die junge Büdericherin im Vorfeld des Einsendeschlusses stets ausgetauscht: "Eine hat vorgelesen, die beiden anderen Kritik geübt oder Tipps gegeben. Das hat geholfen."
Nur wenn ihre Mutter mal wieder ein Gedicht schreibt, hält sich die Zwölfjährige zurück: "Ich lese sie natürlich, hätte vielleicht auch hier und da ein paar Anmerkungen, sage dann aber besser doch nichts." Selbst hat sie nach dem Wettbewerb noch kein neues Gedicht verfasst. "Aber da kommt bestimmt noch was von mir", sagt sie selbstbewusst.