Willich/Tönisvorst. Maria Feiter hält mit ihrer Freude nicht hinterm Berg: "Super! Astrein! Ist das schön!" So sprudelt es aus ihr heraus. Was die Leiterin des Geschäftsbereichs Zentrale Finanzen bei der Stadt Willich so entzückt, ist eine frohe Botschaft aus Tönisvorst: Die Städtereinigung Gerke hat ihren Plan aufgegeben, in Willich ab Januar auf eigene Rechnung Altpapier einzusammeln.
"Da das Angebot, den Bürgern die grünen Altpapiergefäße auch 2009 bereitzustellen, nur von einer geringen Anzahl angenommen wurde, sind wir gezwungen, von der Papierabfuhr in der Stadt Willich abzusehen", heißt es dazu in einer Presseerklärung aus dem Hause Gerke. Nach der letzten Altpapier-Abfuhr in diesem Monat werden die grünen Tonnen daher eingesammelt. "Wir bitten die Bürger, die Gefäße nach der Leerung einfach an der Straße stehen zu lassen", sagt Gerke.
Auch Willicher, die das Angebot der Tönisvorster Firma angenommen hatten, müssen nun nicht fürchten, auf ihrem Papiermüll sitzen zu bleiben. "Sie bekommen wie alle anderen Bürger automatisch die blaue Tonne geliefert", sagt Maria Feiter. In der sammelt die Firma Alba ab Januar im Auftrag der Stadt das Papier ein.
Feiter glaubt nicht, dass nur die "geringe Anzahl" von Anmeldungen bei Gerke für den Rückzieher verantwortlich ist. Viel wichtiger ist aus ihrer Sicht: "Der Papierpreis ist im Keller." Konnte man vor zwei Monaten mit Altpapier noch richtig Geld verdienen, werden jetzt nur noch zwischen fünf und fünfzehn Euro je Tonne gezahlt. Zum Vergleich: Die Stadt Willich kassiert in den kommenden zwei Jahren vom Kreis Viersen pro Tonne 85Euro. Das nutzt sie, um die Müllgebühren insgesamt niedrig zu halten. So ist auch der Freudenausbruch von Maria Feiter zu erklären.
Die hohe Summe ist im Übrigen darauf zurückzuführen, dass Altpapier zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bis zu 100Euro pro Tonne einbrachte. Der Kreis hat die Verwertung des Papiers an die Viersener Firma EGN abgetreten, von der er selbst 75Euro pro Tonne erhält. Eine vertragliche Vereinbarung aus dem Jahr 2007, von der die Firma aus heutiger Sicht gerne zurücktreten würde. Diesem Vorstoß ist vor einigen Tagen im Kreis-Ausschuss für den Abfallbetrieb allerdings eine Abfuhr erteilt worden.